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Sonntag, 20. Mai 2007

Visionen

Zeitung und Fischeinwickeln gehörte bislang zusammen. Haptik heißt das Stichwort oder - ich sag's mal so: Druckerschwärze an den Fingern, Rascheln in den Ohren und Lektüre auf dem Klo. Die gedruckte Zeitung stirbt nie, darüber sind sich die großen Zeitungshäuser einig, doch es scheint, als flüsterten sie sich diese Botschaft gerne selbst ins Ohr, in der Hoffnung, es werde eine sich selbst erfüllende Prophezeiung daraus.

Stick with ink and sink ruft es von den Dächern. Die Stimmen, die der gedruckten Zeitung ein baldiges Ende prophezeien, werden lauter, und die Investitionen der Verlage in ihre Internetangebote und mobile Services sind unübersehbar. Emily Bell, Title-Editor in Chief bei Guardian Unlimited, sagte schon 2003:

"There will have been an essential shift in how people consume written journalism. And it'll be a shift to online. Things will be much more in real time and the newspaper product will end up being still extremely relevant, but the way that most people consume it will be online."

Ich hingegen wünsche mir eine andere, zusätzliche Möglichkeit des Konsums. Ich fiebere nämlich dem Einsatz von e-ink-Geräten beziehungsweise flexible displays entgegen. Ich möchte eine tragbare multimediale Zeitung, gespeist aus aktuellen RSS-Feeds, überallhin mitnehm- und aufklappbar.

Ich möchte mein E-Paper-Gerät morgens mit meinem Rechner oder mobilen Stationen im Bahnhof verbinden und mir meine eigene Zeitung zusammenstellen: den Politikteil des Tagesspiegels, das Feuilleton der Süddeutschen, die Lokalseiten der WAZ, die Familien- und Todesanzeigen aus meiner Heimat, den NRW-Teil der taz, den Sport der BILD, einen Kommentar aus der FAZ, einen zweiten aus der Frankfurter Rundschau, eine schöne Reportage noch dazu und das Ganze gewürzt mit ein bisschen "Wahrheit". Vielleicht möchte ich auch mal Ausland - im Original, versteht sich. Fertig ist meine Zeitung - jeden Tag neu, ausgehend von Themenlage, Interesse und verfügbarer Zeit.

Natürlich würde ich dafür bezahlen, für jeden Baustein einzeln. Die Zeitungen könnten dadurch endlich einmal feststellen, welche ihrer Inhalte gelesen werden - bislang trotz Blickverlaufsmessung und ReaderScan eine große Black Box - und gezielter an Qualität und Angebot arbeiten. Ich könnte mich mit meiner Zeitung auf mein Sofa legen, ich könnte sie mit in die Bahn nehmen, die gekauften Artikel über den Tag aktualisieren und Ausschnitte aus der CD hören, deren Rezension ich gerade lese. Und am Ende bräuchte ich nicht einmal Altpapier wegbringen.

Eine Utopie, noch.

Kaffeeklatsch

Oh, ist das schön! Vielleicht...
Oh, ist das schön! Vielleicht ist es dann noch...
nina (Gast) - 17. Dez, 15:55
So ähnlich
http://redders.wordpress.c om/2009/12/14/ich-wurd-sie -nie-hergeben/
Marco (Gast) - 17. Dez, 07:47
Sie könnten ja auch...
Sie könnten ja auch den Jetzigen behalten und...
nessy - 16. Dez, 11:41
Wunderschön! Ich...
Wunderschön! Ich möchte auch mal solche...
LeilaCouleur - 15. Dez, 23:45
Ich bin auch schon mehrfach...
Ich bin auch schon mehrfach anlässlich von Hamburgbesuchen...
lordfoltermord (Gast) - 15. Dez, 18:23

Keks dazu

T9
Aktuellstes, dem Telefonino beigebrachtes Wort: schnorcheln

Mood

Kundschaft

Kaffeemühle

 

Pächter

Im Geschäft seit 1443 Tagen.
Letzte Bestellung: 17. Dez, 15:55

Hinterzimmer
Ich brühe Ihnen gerne persönlich einen Kaffee auf: die.liebe.nessy [bei] gmail [punkt] com

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