Jedes Alter kennt seine Droge. Mit 14 betranken wir uns mit Schnaps. Die eigene Coolness berauschte uns mehr als der Alkohol. Mit 15 rauchten wir. Erst auf dem Schulklo, später vor dem Tor. Mit 17 kifften wir. Manche sahen konzentrisch kreisende Farben, andere bekamen Wortdurchfall, wieder andere schliefen einfach ein.
Jetzt, mit 30, haben wir eine andere Droge. Die Frauen sammeln Tupperware und trinken Erdbeer-Pinnchen. Die Männer stehen grunzend in der Küche. Sie stacheln sich auf, jubeln sich zu, übertrumpfen sich in Menge und Geschwindigkeit und verfolgen am nächsten Tag mit Freude Erzählungen über Spätfolgen.
Was sie zu sich nehmen? Scharfe Soße. Je mehr, je schärfer, je gleichgültiger der Blick beim Konsum, während der Gaumen brennt und der Magen röchelt, desto männlicher. Am nächsten Tag dann - getreu der Weisheit "A good curry burns twice" - schlimme Kämpfe, Krämpfe und Niederlagen im gekachelten Salon.
Soßen, die neuen Barometer der Potenz.