Alles wie immer

Sehen Sie? Das Freibad meiner Kindheit schaut noch genauso aus wie vor 20 Jahren. Man könnte meinen, das Foto sei in den 80ern aufgenommen worden und nicht gestern.
Auch sonst ist alles, wie es immer war: Wasserballwerfer, Arschbombenwettbewerbe, ein grantiger Bademeister, pubertierende Wilde und der Geruch von Frittenfett. Nur das Wasser ist kälter als vor 20 Jahren; gefühlt 14 Grad. Nach zwei Kilometern schwimmen tat mein Kopf so weh, dass ich ihn für den Rest des Tages in die Sonne halten musste.
Was jetzt auch nicht so schlimm war.
Beim Kopf-in-die-Sonne-halten ist es ja so: Ich bringe mir immer ein Buch mit ins Freibad. Sommer! Müßiggang! Endlich Zeit für Lektüre! Ich sitze also auf meinem Handtuch, lege mir das Buch in den Schoß, schlage es auf und - schaue umher. Schaue den Arschbombern zu. Schaue den Sportschwimmern zu, die ihre tätowierten Arme durchs Wasser ziehen. Schaue den Blümchenbadekappen zu, die wie Bojen im Wasser treiben. Schaue den drei Bodybuildern zu, die breitbeinig den Dreier hochschreiten, grinsen, posen und sich beim Runterspringen die Nase zuhalten. Schaue der dicken Mutti mit der Kühltasche und ihren drei Mopskindern beim Mampfen von Frikadellen zu. - Und wie mein Blick so umherschweift, kippe ich langsam hinten über, ein glucksendes Geräusch des Glücks entfährt meinem Mund, und ich schlafe ein.
Als ich erwache, denke ich: "Jetzt könntest Du aber mal etwas lesen!" Mein Vorne ist inzwischen getrocknet. Ich rolle mich auf den Bauch, damit auch mein Hinten trocknet, lege das Buch vor mich aufs Handtuch, stütze mich auf die Ellenbogen, hebe noch einmal den Kopf und - Wahnsinn, eine ganz neue Aussicht. Ich schaue mir eine Weile die Volleyballteenies an, wie sie kokett den Ball übers Netz schlagen. Schaue auf die Füße in den Ein-Mann-Umkleiden, die tänzelnd versuchen, sich aus einem nassen Badeanzug zu schlängeln. Schaue auf die Hummel vor mir, wie sie mit ihrem pummeligen Hintern eifrig über den Klee krabbelt. Schaue auf die Schlange an der heißen Hexe und die Kinderhände, die erwartungsvoll auf Weingummi zeigen. Dann fällt mein Kopf aufs Buch, die summenden Geräusche des Freibads decken mich zu, und ich nicke ein.
Ja, es ist alles wie immer: Ich brauche nur einen Zeh ins Wasser zu strecken, schon könnte ich schlafen.
Auch sonst ist alles, wie es immer war: Wasserballwerfer, Arschbombenwettbewerbe, ein grantiger Bademeister, pubertierende Wilde und der Geruch von Frittenfett. Nur das Wasser ist kälter als vor 20 Jahren; gefühlt 14 Grad. Nach zwei Kilometern schwimmen tat mein Kopf so weh, dass ich ihn für den Rest des Tages in die Sonne halten musste.
Was jetzt auch nicht so schlimm war.
Beim Kopf-in-die-Sonne-halten ist es ja so: Ich bringe mir immer ein Buch mit ins Freibad. Sommer! Müßiggang! Endlich Zeit für Lektüre! Ich sitze also auf meinem Handtuch, lege mir das Buch in den Schoß, schlage es auf und - schaue umher. Schaue den Arschbombern zu. Schaue den Sportschwimmern zu, die ihre tätowierten Arme durchs Wasser ziehen. Schaue den Blümchenbadekappen zu, die wie Bojen im Wasser treiben. Schaue den drei Bodybuildern zu, die breitbeinig den Dreier hochschreiten, grinsen, posen und sich beim Runterspringen die Nase zuhalten. Schaue der dicken Mutti mit der Kühltasche und ihren drei Mopskindern beim Mampfen von Frikadellen zu. - Und wie mein Blick so umherschweift, kippe ich langsam hinten über, ein glucksendes Geräusch des Glücks entfährt meinem Mund, und ich schlafe ein.
Als ich erwache, denke ich: "Jetzt könntest Du aber mal etwas lesen!" Mein Vorne ist inzwischen getrocknet. Ich rolle mich auf den Bauch, damit auch mein Hinten trocknet, lege das Buch vor mich aufs Handtuch, stütze mich auf die Ellenbogen, hebe noch einmal den Kopf und - Wahnsinn, eine ganz neue Aussicht. Ich schaue mir eine Weile die Volleyballteenies an, wie sie kokett den Ball übers Netz schlagen. Schaue auf die Füße in den Ein-Mann-Umkleiden, die tänzelnd versuchen, sich aus einem nassen Badeanzug zu schlängeln. Schaue auf die Hummel vor mir, wie sie mit ihrem pummeligen Hintern eifrig über den Klee krabbelt. Schaue auf die Schlange an der heißen Hexe und die Kinderhände, die erwartungsvoll auf Weingummi zeigen. Dann fällt mein Kopf aufs Buch, die summenden Geräusche des Freibads decken mich zu, und ich nicke ein.
Ja, es ist alles wie immer: Ich brauche nur einen Zeh ins Wasser zu strecken, schon könnte ich schlafen.
nessy - 27. Jul, 10:21