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Samstag, 23. Juni 2007

Ausflug in den Baumarkt

Mitte der Woche folgender SMS-Wechsel mit Herrn Nessy:

Schlechte Nachricht: Das Duschmoped ist kaputt. Gute Nachricht: Du darfst am Samstag in den Baumarkt fahren.

***

Super! Freu mich schon! Gibt's auch was zu bohren und zu spachteln?

Keine Ahnung. Fest steht, dass das Nüppelchen, an dem die Brause aufgehängt ist, also das an dieser Stange - mir fehlen für ein qualifiziertes Posting die Fachtermini - kaputt ist. Das Drehdings ist abgebrochen, die Brause rutscht immer nach unten und fällt mir ins Kreuz.

Heute deshalb ein Besuch im Baumarkt. Herrn Nessy rinnt der Speichel aus den Mundwinkeln. Baumarkt! Geil! Geil! Geil! Schlagbohrer! Akkuschrauber! Kreissägen! Fräs-Aggregate! Ja! Ich weise ihn darauf hin, dass wir ausschließlich in die Bad-Abteilung müssen und dort auch schnell wieder hinaus.

Herr Nessy: Boah, eine Heckenschere! 500 Watt! 650 Millimeter Messerlänge! Wahnsinn. Fühl mal, wie die in der Hand liegt.
Nessy: Wir haben keinen Garten.
Herr Nessy: Und hier, guck Dir das an. Bohrhammer! Mit Doppellüfter! Motor- und Getriebekühlung! Damit komme ich selbst in der Küche in die Decke! Da wirste staunen.
Nessy: Toll, Vatti.
Herr Nessy: Du möchtest nicht zufällig im Auto auf mich warten, nein?
Nessy: Nein.

Eine halbe Stunde nach Betreten des Baumarkts Ankunft in der Bad-Abteilung. Im Regal zehn verschiedene Stangen. Fünf sehen aus, als entstammten sie der original Derrick-Kulisse und als müsse man beim Duschen Goldschläppchen tragen. Menschen, die sowas zu Hause haben, kaufen auch das Duschtrapez "Rimini".

Nessy: Boah, guck mal, Herr Nessy, ein Duschsystem mit Regenbrause und Wasser von der Seite. Das nehmen wir.
Herr Nessy: Wir brauchen nur einen Gleitschieber.
Nessy: Pfui.
Herr Nessy: Das ist das Rauf- und Runterschiebmoped, Frau.
Nessy: Und mein Duschsystem?
Herr Nessy: Das kriegst du, wenn ich meinen Bohrhammer mit Getriebekühlung kriege.

Also nie.

Freitag, 22. Juni 2007

Vom Leben gezeichnet (III): Umtopfen

umtopfen

Schon seit mehreren Wochen ist es an der Zeit, mal wieder umzutopfen. Damals, als ich noch studiert habe, habe ich das öfter getan. Damals hatte ich ja auch mehr Zeit dafür. Regelmäßig habe ich 40-Liter-Säcke-Erde eingekauft und meinen grünen Freunden ein größeres Zuhause geschenkt, was zu dschungelähnlichen Zuständen in meiner 35-Quadratmeter-Woh-
nung führte.

Die Umtopfaktionen fanden in meiner Studentenküche statt. Ich hatte sie damals von meiner Vormieterin übernommen. Sie war schrottig, aber zweckmäßig. Kurz nach meinem Einzug begann das ablaufende Spülwasser, in den Unterschrank zu schwappen. Ich behalf mir damit, dass ich ein Zwei-Mark-Stück in das offene Ende des Rohrs legte, welches offensichtlich für einen Waschmaschinenablauf gedacht war. Das Geldstück hatte genau den Durchmesser, den es brauchte, um den Spülschrank trocken zu halten. Leider zog ich erst nach der Euro-Umstellung aus der Wohnung aus, so dass das Zwei-Mark-Stück danach wertlos war. Ich nahm es trotzdem mit - in alter Verbundenheit.

Zwar putzte ich nicht oft, aber wenn ich einmal putzte, vergaß ich jedesmal einen wichtigen Sachverhalt: Wenn ich den Toaster anfasste und gleichzeitig meine Hand unter laufendes Wasser hielt, bekam ich einen elektrischen Schlag, der eine herzkranke Oma ohne Zweifel ins Jenseits befördert hätte. Ich musste mich danach immer eine Minute lang auf einen Stuhl setzen, um mich wieder zu sammeln, was mich nicht wirklich motivierte, die Frequenz meiner Putzeinheiten zu erhöhen.

Das Eisfach in meinem Kühlschrank hatte die Angewohnheit, binnen zwei Tagen derart zuzufrieren, dass Regisseur Luc Jacquet problemlos seinen Film "Die Reise der Pinguine" dort hätte drehen können. Mehrmals bemühte ich mich, es abzutauen. Jedesmal endete es damit, dass ich mit dem Schraubenzieher (Herr Nessy: "Das heißt Schraubendreher, Frau!!!") Schollen von Eis aus dem Fach brechen musste, da es auch nach zwei Hochsommertagen keine Anstalten machte, den Aggregatzustand von fest zu flüssig zu verändern.

Als ich nach fünf Jahren aus der Wohnung auszog, war ich trotzdem ein wenig wehmütig. Erst, als ich in meiner neuen Luxusküche stand, die gar keine Luxusküche war, mir aber angesichts meiner Vergleichsmöglichkeiten wie eine vorkam, ließ das Heimweh nach.

Donnerstag, 21. Juni 2007

Höhepunkt des Nahverkehrswesens

Zehn Minuten im strömenden Regen zum Bahnhof gewackelt. Dort fünfzehn Minuten auf die verspätete S-Bahn gewartet, die im 20-Minuten-Takt fährt. In die S-Bahn gestiegen. Zwischen dem vierten und fünften Halt eine knappe Viertelstunde auf freier Strecke gestanden und vergeblich auf eine Begründung gewartet. Beim sechsten Halt die Durchsage bekommen, dass die Bahn bis zum nächsten Hauptbahnhof durchfahre und all jene Passagiere, die zwischendurch aussteigen müssten, bitte auf den nachfolgenden Zug warten mögen. Also hinaus auf den Bahnsteig. Durchsage: Die nächste S-Bahn komme in zehn Minuten. Nach zehn Minuten die Durchsage: Die S-Bahn verspäte sich um zehn Minuten. Nach fünfzehn Minuten Einfahrt der S-Bahn. Nach dem vierten Halt ausgestiegen und durch strömenden Regen ins Büro gestapft.

Mittwoch, 20. Juni 2007

Diese Akademikerkinder aber auch!

Heute hatte ich ein Gespräch mit Tassilo (2), Sohn eines Kollegen, der mir in aller Ausführlichkeit referierte, wie es sich mit der Schwimmfähigkeit von Quastenflossern verhält. Das Wort "Quastenflosser" bereitete ihm in der Artikulation zwar einige Schwierigkeiten, aber alles in allem war sein Wissen eindrucksvoll. Neben dem Quastenflosser kannte Tassilo weitere Fischarten: Karpfen, Flunder, Guppy, Clownfisch und Forelle konnte er benennen, außerdem Tintenfische und was sie machen, wenn Moränen kommen. Lediglich nach den chromosomalen Unterschieden zwischen den Arten gefragt, musste er passen. Ich habe dem angesichts des jüngsten Forschungsfeldes seines Sohnes leicht verstörten Vater ("Was soll ich tun? Er interessiert sich einfach nicht für Bagger.") vorgeschlagen, Tassilo mit meinen Nachbarskindern bekannt zu machen. Der interdisziplinäre Austausch zwischen Wissenschaftlern unterschiedlicher Fachrichtungen kann ja nur befruchtend wirken. Das Forschungsfeld meiner Nachbarskinder ist nämlich eher medienwissenschaftlicher Art. Sie arbeiten an einer Langzeitstudie, im Rahmen derer sie die Auswirkungen medialer Gewaltdarstellungen im experimentellen Selbstversuch untersuchen. Der Bub könnte ihnen meeresbiologische Grundlagen beibringen, während die kleinen Nervzwerge von gegenüber ihm ihr neuestes Repertoire an Kraftausdrücken zuteil werden lassen und ihm zeigen, wie man dem Gegner auf dem Spielplatz so richtig eins auf die Zwölf haut. Ich muss wohl nicht sagen, dass mein Vorschlag auf wenig Gegenliebe stieß.

Dienstag, 19. Juni 2007

Im Gespräch mit Bacchus

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#1 - Überlegungen vorm Zubettgehen
Mit guten Männern ist es wie mit gutem Wein: Je länger er reift, desto besser wird er.

#2 - Die konsequente Weiterführung des Gedankens
Nur irgendwann, so fürchte ich, kippt er um, und alles, was übrig bleibt, ist Essig. Ich meine, nun ja, Essig ist okay, immerhin taugt er dann zum Putzen, der Mann, also will sagen, der Wein.

#3 - Ein geistiger Nebenkriegsschauplatz
Während der Wein manchmal Weinstein entwickelt, bekommt der Mann im besten Fall Zahnstein, im schlechtesten einen Nierenstein.

#4 - Zurück zum Grundgedanken
Es ist ja auch so, dass manche Männer zwar ein vollmundiges Bouquet haben, aber im Abgang völlig versagen. Es bleibt dann nur dieser fahle Nachgeschmack, der alle Freude, die er zuvor bereitet hat, zunichte macht und sogar das Essen versaut. Andererseits: Meistens überraschen die, von denen man es am wenigstens erwartet. Sogar ein Schraubverschluss kann einen Schatz beherbergen. Zum Kochen taugt er allemal.

#5 - Nochmal zur Steingeschichte
Manchmal ist es auch sein Herz, das zu Stein wird, aber das passiert selten. Eher wird der ältere Mann sanfter und sein Herz weicher. Doch besser ist, nichts zu verallgemeinern, denn in den meisten Fällen bleiben sie doch unergründlich, die Männer, je älter, desto rätselhafter.

#6 - Selbsterkenntnis
Ich bin wunderlich geworden. Manchmal verstehe ich mich selbst nicht, doch im Gegensatz zu anderen bereite ich mir kein Kopfzerbrechen. Es ist nämlich ein gutes Gefühl, das Sein, im Moment, irgendwie. Mit Männern hat das alles nichts zu tun. Oder doch, eigentlich schon, ja.

100 Euro

zweierpack100100 Euro, das war früher mehr Geld. Nicht nur, weil 200 Mark mehr Geld waren, sondern weil es in meinem Leben einen schleichenden Prozess gab, im Zuge dessen sich mein Verhältnis zu bestimmten Summen änderte. Ein Zweierpack darüber, was man mit 100 Euro tun kann.

Montag, 18. Juni 2007

Muli

Es begann damit, dass heute morgen der Wasserkasten leer war. Nein, eigentlich begann es damit, dass ich am Wochenende insgesamt 19 Stunden gearbeitet habe und heute, an meinem eigentlich freien Tag, ebenfalls arbeiten musste. Macht ja nichts, habe ja nur 65 Überstunden in den vergangenen zwei Monaten angesammelt.

Auf der Arbeit dann nur Problemfälle, Spezialaufträge, Klein- und Kleinstscheiß und strubbelige Menschen, die Dinge von mir wollten, deren Sinn ich trotz mehrfacher Reflexion nicht verstanden habe. Am Nachmittag dann ein plötzlicher Wärmeausbruch, so dass mir auf dem Heimweg unter meiner Jacke, die ich mitgenommen hatte, weil mir heute morgen in Rock und Bluse fröstelte, der Schweiß ausbrach.

Um 19 Uhr dann begonnen, ein Navigationgerät zu suchen, für einen Menschen, der morgen Geburtstag hat. Im Kaufhof lagen mehrere herum, in einem Regal zwischen Pappmüll und Aufklebern. Dazu ein Verkäufer, der mich konsequent ignorierte. Also weiter zum Uranus. Dort vor mir ein Reklamationsfall, der die Ausnahme der Ausnahme der Ausnahme war. Nach vierzig Minuten ist es mir mit leidlicher Beratung eines gestressten Mitarbeiters gelungen, ein Navi mit TMC zu erwerben.

Dann rüber in den Supermarkt. Im Spiegel in der Eingangshalle festgestellt, dass ich in meinem Rock aussehe wie meine eigene Oma. Aber wenigstens sieht man den Ansatz eines Wadenmuskels. Also, wenn man möchte und genau hinsieht. Im Supermarkt Eau de toilette, duftiges Duschgel und sündteures Shampoo fürs Gemüt erworben. Ansonsten leere Regale. Vielleicht bin ich dekadent, aber es war weder luftgetrocknete Salami noch Vanillemilch noch Gemüsedipp noch püriertes Trinkobst noch mein Lieblingskaugummi da. Verdammt nochmal! So macht Einkaufen keinen Spaß! Trotzdem zwei dicke Tüten plus mein Navi nach Hause geschleppt. Und das alles in der Jacke, unter der die Bluse mittlerweile am Rücken klebte. Falls ich in meinem nächsten Leben als Muli wiedergeboren werde: Ich bin im Training.

So. Und jetzt, wo ich endlich daheim bin, werde ich mein feines Röckchen ausziehen, mir ein kaltes Mädchenbier öffnen, mir eine Fertigpizza in den Ofen schieben (8:30 Minuten vorheizen und 8:30 Minuten backen für den optimalen Bräuningsgrad), mich breitbeinig vor meinen Sofatisch setzen und die niveauloseste Sendung schauen, die das deutsche Privatfernsehen zu bieten hat.

Kaffeeklatsch

ich besitze auch keinen....
ich besitze auch keinen. als großer mensch bekomme...
kraM - 1. Dez, 21:58
sie sind grey-fan? sehr...
sie sind grey-fan? sehr sympathisch - nein, noch sympathischer....
kinderdok (Gast) - 30. Nov, 11:18
Sie meinen Palmen, ja? Es...
Sie meinen Palmen, ja? Es wird Zeit, dass wir auch...
croco (Gast) - 29. Nov, 18:58
Wissen Sie, ich bin kein...
Wissen Sie, ich bin kein Freund von Regenschirmen....
nessy - 29. Nov, 12:16
Die Punkte 5 und 6 korrelieren...
Die Punkte 5 und 6 korrelieren nicht nur. Es verbindet...
nessy - 29. Nov, 12:15

Keks dazu

T9
Aktuellstes, dem Telefonino beigebrachtes Wort: schnorcheln

Mood

Kundschaft

Kaffeemühle

 

Pächter

Im Geschäft seit 1427 Tagen.
Letzte Bestellung: 1. Dez, 21:58

Hinterzimmer
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