Beim Lesen
Was zuweilen am meisten fesselt, sind die Bücher, die zum Widerspruch reizen, mindestens zum Ergänzen: - es fallen uns hundert Dinge ein, die der Verfasser nicht einmal erwähnt, obschon sie immerzu am Wege liegen, und vielleicht gehört es überhaupt zum Genuß des Lesens, daß der Leser vor allem den Reichtum seiner eignen Gedanken entdeckt. Mindestens muß ihm das Gefühl erlaubt sein, das alles hätte er selber sagen können. Es fehlt uns nur die Zeit, oder wie der Bescheidene sagt: Es fehlen uns nur die Worte.
Ich habe das Lesen wiederentdeckt und werde jetzt zu Bett gehen, um noch mindestens 30 Seiten zu genießen.
[Max Frisch, Tagebuch 1946-1949, S.113]
Ich habe das Lesen wiederentdeckt und werde jetzt zu Bett gehen, um noch mindestens 30 Seiten zu genießen.
nessy - 4. Sep, 22:16
