Meine Männerlehre
Inspiriert von Darwin Behave, sagt der Charles in Nessy: Jetzt sind die Männer dran! Wie bei OhBehave gilt: Kombinationen sind möglich. Darüber hinaus leiden Männer meiner Erfahrung nach an „Chrono-Schizophrenie": Ihre gespaltene Persönlichkeit lebt sich in Phasen aus.
Typ I: Der macho-chauvinistische Pragmatiker
Befürworter des althergebrachten Geschlechterbilds. Sein Horizont endet am Heckspoiler. Cowboy alter Schule mit einem Gang wie gerade vom Pferd gestiegen. Busengrabscher.
Vorteil: wegen akuter Einfalt leicht zu durchschauen
Nachteil: wegen akuter Einfalt schwer zu belehren
Typ II: Der Verständnisvolle
Grünteetrinker und Wiedergeburtsprediger. Eröffnet durch Anwendung von VHS-Lerninhalten („Tantra-Massage für ausgefüllte Erotik“) Horizonte. Nervt mit Vorträgen über die Seele von Zimmerpflanzen.
Vorteil: einfühlsamer Gesprächspartner und Ideengeber
Nachteil: akutes Gutmenschentum, ständig auf Attac-Kundgebungen
Typ III: Der Aufschneider
Gepflegte Erscheinung und freundliches Wesen. Meint allerdings, Porsche und Prahlerei seien notwendig, um sich gegenüber der Angebeteten zu positionieren. Kompromissloses Selbstdarstellen karikiert die dahinter stehende Absicht. Wenn charmant, dann polygam.
Vorteil: intelligenter Gentleman
Nachteil: peinliche Kraftmeierei, Hang zu Siegelringen
Typ IV: Der geläuterte Vater
Nach ausschweifenden ersten 30 Lebensjahren („Es gab nichts, was wir nicht geraucht haben!“) durch andere Umstände zum Mann gereift. Fürsorglich-emanzipierter Vater, der auch mal Fünfe gerade sein lässt.
Vorteil: auf einer Skala von 1 bis 10 kurz vor Traumpartner
Nachteil: hängt alten Zeiten nach und lässt Frau das spüren
Typ V: Der Bindungsunfähige
Kompromissloser Eigenbrödler. Wohnt in einer Einliegerwohnung im Elternhaus. Einzige Bezugsperson neben Mutti: der PC. Hohe Ansprüche an Frauen, sieht dies aber nicht ein.
Vorteil: keiner
Nachteil: alles