Vormittägliches Bildungsfernsehen
Nach intensiver Rezeption und Analyse von privatem Bildungsfernsehen an verschiedenen Home-Office-Vormittagen fällt Folgendes auf:
- Doku-Soaps sind die neuen Talkhows.
- Bei Gerichtsshows findet sich durch einen glücklichen Zufall in Minute 50 immer jemand im Publikum, der den verzwickten Fall auflösen kann. Es ist vorzugsweise derjenige Zuschauer, an dessen Gesicht die Kamera im Vorfeld bisweilen hängen blieb.
- Teilnehmer der Sendung "Unsere erste gemeinsame Wohnung" lassen sich in drei Kategorien einteilen: (a) jung verliebt und aus dem elterlichen Reihenhaus ausziehend, (b) Patchworkfamilie, die innerhalb des nächsten halben Jahres Besuch von der Supernanny erhalten und damit den Sprung ins Abendprogramm schaffen wird und (c) Pärchen in den 20ern, das sich nach ungewollter Schwangerschaft in gut behüteter Arbeitslosigkeit einrichtet und sich bereits bei der Auswahl der Wandfarbe dermaßen zerstreitet, dass an ein gemeinsames Kippchen auf dem Balkon nicht mehr zu denken ist. Allen Mitwirkenden ist gemein, dass sie einen Faible für massive Wohnzimmerwohnwände, pastellfarbene Wischtechniken und Porzellanfigürchen respektive Plüschtiersammlungen haben.
nessy - 25. Sep, 12:38
Sie haben die Haustiere vergessen.
Oder verwechsele ich das jetzt mit den Auswanderer-Dokus, da wo die immer erst am Tag der Abreise anfangen, Kartons zu packen; der vom Schwiegervater organisierte Umzugswagen viel zu klein ist; man die neue Landessprache nicht mal soweit beherrscht, daß man sich damit Grundnahrungsmittel kaufen könnte; und immer gibt es Tränen, wenn das Haustier am Zoll in eine Kiste gepackt werden muß und man erst 24 Stunden später wiedersieht?
Die Auswanderer-Dokus - laufen die nicht abends? Woher kenne ich sie trotzdem?