das kommt mir bekannt vor. an sich ist es mir ja egal, ob ich wen im stiegenhaus treffe, aber wenn ich in der früh oder am samstag auch mal etwas später die zeitung aus dem postkastl holen will, muss das nicht wirklich sein, denn kurz nach dem aufstehen biete ich eine etwas unvorteilhafte optische erscheinung. fast immer taucht gerade dann jemand im stiegenhaus auf. und man hat ja so schnell a schlechte nachred. aber deswegen an der türe horchen, ob man draussen ein geräusch hört und dann erst rausgehen, wie es eine ehemalige wohnungsnachbarin gemacht hat - die ich in den ganzen vier jahren, die sie nebenan wohnte, nie gesehen habe - ist mir dann doch zu aufwendig.
mit diesem phänomen muss man also wohl leben lernen.

Macht es den Eindruck, ich sei paranoid, wenn ich sage, in meiner alten Wohnung habe ich auch dann und wann das Ohr an die Tür gelegt, bevor ich rausging? Dort wohnten nämlich sehr absonderliche Nachbarn. Zum Beispiel die Frau direkt neben mir mit der Katze, dem kleinen Hund, den drei Hasen, dem Mann, der ständig ein- und auszog, und dem Schäferhund des Mannes, die mir jedesmal, wenn ich sie traf, erzählte, dass ihr Darm an der Bauchdecke festgewachsen sei?

den eindruck macht es nicht, das ist nachvollziehbar. aber ich könnte als umkehrschluss daraus folgern, ich sei absonderlich. ;-)

Vielleicht haben Ihre Nachbarn auch nicht die Angewohnheit, sie festzuquatschen und politische Statements von ihnen einzufordern, wenn sie mit wildem Haar und vom Nachtschlaf umränderten Augen die Zeitung hochholen. Dann ist Ihre Sorglosigkeit verständlich.

Vielleicht

sollten Sie sich, Frau Nessy, im voraus abgestimmt von Herrn Nessy während Ihrer Hausdurchquerungen anrufen lassen. Um dann laut ins Handy zu rufen: "Was, Mohammed, es passt nicht in den Koffer? Die Drähte sind zu lang? Wie soll ich das dann am Bahnhof unterbringen?"

Das garantiert zumindest Abwechslung in den Personen, die Sie demnächst be- und ausfragen...

redhaus gibts zum glück nur eines, und der wohnt im nebenhaus. ein 80jähriger, der den hausmeister gibt und auch gerne abends ums haus schleicht. aber der hat inzwischen zum glück begriffen, daß ich "keine zeit" habe. außerdem ist er nicht mehr so gut zu fuß, dem kann man also leicht entkommen. ;-)

@Herr Pathologe: Zur optischen Unterstützung hätte ich eine blaue Burka. Das Ding besteht zwar aus Vollplaste, stinkt, und durch das Gitterchen sehe ich meine Umwelt nur rudimentär, aber ich sehe ein, dass man für die Mission Opfer bringen muss.
@Herr Gulo: Ah, ein weiterer Oberinspektor. Ich bin ja fest davon überzeugt, dass die Herren irgendwo gezüchtet und dann in Hausfluren ausgesetzt werden.

ah eine regenburka? mit dazu passenden gummistiefeln?
frau nessy, das war ein wunderschöner beitrag. und sie sind nicht gaga, wenn sie das ohr an die tür legen, bevor sie ins treppenhaus treten. ich mache das auch und habe beschlossen, daß das ganz normal ist...

Das beruhigt mich. Bleiben nur noch 49 andere Gründe, warum ich gaga sein könnte.

Regenburka mit Spritzschutz. Sie sagen es.

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