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Bäckermeister

Jeder Mensch braucht eine Aufgabe. Seit seinem Renteneintritt ist die Aufgabe meines Onkels, Lillifees Opas, zu backen. Er bebackt die nähere und fernere Verwandtschaft, Freunde, Bekannte und Nachbarn und natürlich sich selbst und seine mit ihm ergraute "Biene" - notfalls auch gegen ihren Willen. Seit drei Jahren bindet sich "Opa Konni" mit Wonne sein Schürzchen um und produziert Kuchen, Torten und Törtchen, Kekse, Obstböden und Plunderteilchen wie in einer Großbäckerei.

Äußert ein Beschenkter, sein Gebäck gehe ihm in Bälde aus, hängt binnen Stundenfrist ein Leinenbeutelchen mit Nachschub an der Türklinke. Opa Konni setzt diesen Service nur in Ausnahmefällen aus, zum Beispiel während seiner jährlich zweimal zehn Tage Urlaub auf Borkum; für diese Zeit backt er jedoch vor. Es liegt die Vermutung nahe, dass Opa Konni für einen Großteil des Übergewichts und Bluthochdrucks, der Organverfettungen und Diabetes-Melitus-Erkrankungen in seiner mittel- und unmittelbaren Umgebung verantwortlich ist und mindestens drei sauerländischen Hausarztpraxen das Überleben sichert.

Kein anderer als Opa Konni war deshalb verantwortlich für das Kuchenbuffet zu Lillifees Kommjon. Einen Tag vor dem großen Festakt erschien Opa Konni des Nächtens im Schlafzimmer seiner Biene (seit er wie ein sibirischer Waldarbeiter schnarcht und viermal nachts raus muss, schlafen sie getrennt), seine Hand am Brustkorb, das Gesicht schmerzverzerrt. "Biene, ich hatte einen Alptraum", sagte er japsend. "Ich habe geträumt, auf Lillifees Kommjon sei kein Kuchen mehr da gewesen, und alle hätten noch Hunger gehabt!" Die Folge: ein Sandkuchen, an dem fast die 45-jährige Ehe von Biene und Konni zerbrach. Während sie meinte, acht Kuchen seien für zwölf Personen mehr als ausreichend, meinte er, sein Traum sei ein Vorzeichen, das er nicht ignorieren dürfe.

Biene behielt Recht, und ich bin nun stolze Besitzerin eines Sandkuchens. Eines der besten Dinge an Familienfeiern sind eben die Doggy Bags.

Das Mitnehmen von Essen zelebriere ich auch immer gerne bei Familienfeiern. Man tut bescheiden und wird von allen möglichen Seiten bepackt, nur um zu Hause angekommen sich sehr unbescheiden über zerdrückte Cremeschnitten herzumachen.

Das haben Sie lieb gesagt.

Hach,

gibt doch nix schöneres wie auffe Familienfeier ordentlich was zum Essen mitzubekommen. Sei froh, dasste nich den mit ordentlich frische Sahne mitgekriegt hast. Den hält sich denn so schlecht. Ssandkuchen kansse inne Woche noch schön zum Kaffe.

Sandkuchen kannse auch noch schön zum Einfrieren und Wochen später dich erinnern: Boah, hab ja noch Sandkuchen inne Truhe! Goil!
simetra

meine tante ist genauso. eine weltklasse bäckerin, die zaubert sachen... unglaublich. bei der hochzeit ihres sohnes wurde sie diesbezüglich ausgebremst, was sie ziemlich gewurmt hat. umso glücklicher war sie, als sie dann bei unserer hochzeit backen durfte - ein schöneres geschenk hätten wir uns von ihr nicht wünschen können. und mengenmässig denkt sie wie opa konni.

Tanten und Onkels dieser Güteklasse sehen es ja nicht als Last, eine dreistöckige Hochzeitstorte zu backen, sondern als sportliche Herausforderung, den örtlichen Becker geschmacklich wie optisch mit dem Werk zu übertrumpfen.

Früher hieß Doggy Bag noch "Tuppaschale"

Früher hatte ich noch wochenlang nach der "Tuppaschale" Omas geblümten Teller, auf dem der Kuchen war, im Küchenschrank, bis ich wieder vorbeikam und ihn ihr zurückbringen konnte. Natürlich habe ich es zunächst mehrere Male vergessen, zumal der Teller im nessyschen Tellerstapel auch immer weiter nach unten wanderte und dort beinahe unsichtbar wurde.

Stimmt :D oder Omas Kochtopf in dem sich der Rest Suppe befand.

Den konnte man aber nicht so mir nichts dir nichts verstauen und im Schrankeckchen verschwinden lassen. Aber stimmt, Töpfe gab's auch, und der Deckel wurd mit einem Gummiband am Platz gehalten, damit das Innendrin beim Autofahren nicht raussuppte.

Genau, mit einer Eigenkonstruktion aus zwei Weckgummis ;)...

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Kaffeeklatsch

Oh, ist das schön! Vielleicht...
Oh, ist das schön! Vielleicht ist es dann noch...
nina (Gast) - 17. Dez, 15:55
So ähnlich
http://redders.wordpress.c om/2009/12/14/ich-wurd-sie -nie-hergeben/
Marco (Gast) - 17. Dez, 07:47
Sie könnten ja auch...
Sie könnten ja auch den Jetzigen behalten und...
nessy - 16. Dez, 11:41
Wunderschön! Ich...
Wunderschön! Ich möchte auch mal solche...
LeilaCouleur - 15. Dez, 23:45
Ich bin auch schon mehrfach...
Ich bin auch schon mehrfach anlässlich von Hamburgbesuchen...
lordfoltermord (Gast) - 15. Dez, 18:23

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Aktuellstes, dem Telefonino beigebrachtes Wort: schnorcheln

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