Kussmomente
Denkt Euch in einen dieser Momente, in dem alles klar ist. In einen dieser Kussmomente zum Beispiel, in dem Ihr Euch gegenüber liegt, zwei Fremde und doch Nahe, der eine seine Hand irgendwo beim andern, nicht intim, aber doch innig irgendwo über der Kleidung, vielleicht in der Taille, vielleicht auf der Hüfte. Ihr seht Euch an, vielleicht habt Ihr Euch schon oft angesehen, nur aber nicht so. Vielleicht aber habt Ihr Euch noch nicht so oft angesehen, fast noch gar nicht. Ihr seht Euch also an und wisst sofort: ja. Oder auch: nein. Ja, alles ist richtig so. Und: Nein, Ihr könnt nichts falsch machen.
Es sind nur Bruchteile von Sekunden, in denen Ihr nichts denkt oder wenn doch, in denen Ihr nur mit Herz und Bauch denkt; in denen Ihr nur fühlt, in denen Ihr aber nichts Bewusstes spürt außer erwiderte Zuneigung. Synchron schließt Ihr die Augen, und dieser gehauchte Moment, der nur ein Luftzug in Euer beider Leben ist, in dem Eure Lippen einander das erste Mal berühren und Ihr spürt, ob sie weich oder gespannt, ob sie fragil und feinfühlig oder fest und fordernd sind, das ist der Moment, in dem Euer Herz eine Entscheidung trifft.
Erst scheu, dann kraftvoller küsst Ihr, jeder von Euch agiert und reagiert, es gibt diesen Takt des völligem Einvernehmens, als steuere Euch jemand aus der Ferne und habe zeitgleich jede Bewegung und jedes Geräusch, was auch immer um Euch herum geschieht, mit einem kernigen "Schschsch!" zum Schweigen gebracht. Dieser eine Kussmoment, der seid nur Ihr, und er ist nur ein Atemzug, dann löst Ihr Euch wieder voneinander, seht Euch an, schaut Euch erst in die Augen und lasst dann den Blick über das Gesicht des Anderen wandern. Ihr wollt sein Empfinden darin entdecken. Und weil Ihr Euch so nah seid, könnt Ihr seine Mimik nicht im Ganzen erfassen, ganz anders als im Winter, wo Ihr, ohne es zu hören, an den Atemwolken entfernter Menschen seht, dass sie sprechen; Ihr müsst Augen, Mund, Wangen und Stirn erst einzeln nach ihrer Meinung absuchen - und dann schaut Ihr einander wieder in die Augen. Dort, und das ist mehr als nur ein Sekundenbruchteil, mehr als nur ein Aufblitzen, sondern ein Zustand, dort seht Ihr ihn, diesen Ausdruck, der das Ende aller Zweifel ist.
Es sind nur Bruchteile von Sekunden, in denen Ihr nichts denkt oder wenn doch, in denen Ihr nur mit Herz und Bauch denkt; in denen Ihr nur fühlt, in denen Ihr aber nichts Bewusstes spürt außer erwiderte Zuneigung. Synchron schließt Ihr die Augen, und dieser gehauchte Moment, der nur ein Luftzug in Euer beider Leben ist, in dem Eure Lippen einander das erste Mal berühren und Ihr spürt, ob sie weich oder gespannt, ob sie fragil und feinfühlig oder fest und fordernd sind, das ist der Moment, in dem Euer Herz eine Entscheidung trifft.
Erst scheu, dann kraftvoller küsst Ihr, jeder von Euch agiert und reagiert, es gibt diesen Takt des völligem Einvernehmens, als steuere Euch jemand aus der Ferne und habe zeitgleich jede Bewegung und jedes Geräusch, was auch immer um Euch herum geschieht, mit einem kernigen "Schschsch!" zum Schweigen gebracht. Dieser eine Kussmoment, der seid nur Ihr, und er ist nur ein Atemzug, dann löst Ihr Euch wieder voneinander, seht Euch an, schaut Euch erst in die Augen und lasst dann den Blick über das Gesicht des Anderen wandern. Ihr wollt sein Empfinden darin entdecken. Und weil Ihr Euch so nah seid, könnt Ihr seine Mimik nicht im Ganzen erfassen, ganz anders als im Winter, wo Ihr, ohne es zu hören, an den Atemwolken entfernter Menschen seht, dass sie sprechen; Ihr müsst Augen, Mund, Wangen und Stirn erst einzeln nach ihrer Meinung absuchen - und dann schaut Ihr einander wieder in die Augen. Dort, und das ist mehr als nur ein Sekundenbruchteil, mehr als nur ein Aufblitzen, sondern ein Zustand, dort seht Ihr ihn, diesen Ausdruck, der das Ende aller Zweifel ist.
[inspiriert in einem rührseligen Augenblick]
nessy - 4. Mai, 23:37


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