Selbstreflexion, Abt. Multikulti
Beim Kaffeeröster vor mir in der Schlange: eine junge Muslima, langer Mantel, schwarzes Kopftuch. Kein Haar ist zu sehen. Stecknadeln halten das Tuch tief in der Stirn.
Ihr Handy piept - SMS-Signal. Sie klappt es auf. Über ihre Schulter hinweg bemerke ich: Das Hintergrundbild zeigt die Kaaba während der Haddsch in Mekka. Sie öffnet die Nachricht, eine Mitteilung auf Türkisch. Ich schaue weg, möchte nicht in ihre Privatssphäre eindringen, auch wenn ich ihre Sprache nicht verstehe. Sie antwortet. Dann wieder Mekka. Sie steckt das Handy weg und bestellt ihren Kaffee - auf Deutsch.
Ich stehe dahinter und sinniere: Was genau ist es, das meine plötzliche Antipathie verursacht? Das strenge Kopftuch? Die Kommunikation auf Türkisch?
Es ist das Hintergrundbild. Die Platzierung religiöser Symbolik auf einem Alltagsgegenstand - und damit die (wenn auch subtile, so aber doch öffentliche) Demonstration der Privatsache Glaube, die Konfrontation Dritter mit persönlichen Werten. Es ist die mir aufgezwungene Auseinandersetzung mit religiösem Eifer. Es ist das Missionarische, das der Sache innewohnt - und sei es von der Urheberin nicht gewollt.
Aber da ist noch etwas anderes. Was, wenn es christliche Symbolik gewesen wäre? "Spinnerei", hätte ich gedacht. Tatsächlich aber ist "Fanatismus" das Wort, das ich assoziiere.
Ihr Handy piept - SMS-Signal. Sie klappt es auf. Über ihre Schulter hinweg bemerke ich: Das Hintergrundbild zeigt die Kaaba während der Haddsch in Mekka. Sie öffnet die Nachricht, eine Mitteilung auf Türkisch. Ich schaue weg, möchte nicht in ihre Privatssphäre eindringen, auch wenn ich ihre Sprache nicht verstehe. Sie antwortet. Dann wieder Mekka. Sie steckt das Handy weg und bestellt ihren Kaffee - auf Deutsch.
Ich stehe dahinter und sinniere: Was genau ist es, das meine plötzliche Antipathie verursacht? Das strenge Kopftuch? Die Kommunikation auf Türkisch?
Es ist das Hintergrundbild. Die Platzierung religiöser Symbolik auf einem Alltagsgegenstand - und damit die (wenn auch subtile, so aber doch öffentliche) Demonstration der Privatsache Glaube, die Konfrontation Dritter mit persönlichen Werten. Es ist die mir aufgezwungene Auseinandersetzung mit religiösem Eifer. Es ist das Missionarische, das der Sache innewohnt - und sei es von der Urheberin nicht gewollt.
Aber da ist noch etwas anderes. Was, wenn es christliche Symbolik gewesen wäre? "Spinnerei", hätte ich gedacht. Tatsächlich aber ist "Fanatismus" das Wort, das ich assoziiere.
nessy - 26. Jan, 14:49
Bin grad am überlegen was mir lieber ist...
@Aaimai: Ich kenne nur die "Bauchfrei bis minus 20 Grad"-Abteilung.
Diese Bauchfrei und Nierenkrankmädels aller Nationen sehe ich auch immer wieder. Kopfschüttelnd mummele ich mich dann in meinen Wintermantel und gehe weiter