Sezieren als mediale Therapie
Winnenden und was danach kommt: die Suche nach einem Motiv, die Diskussion um Schuld. Das alles, um zu verstehen. Um Befriedigung in der Zuweisung von Verantwortung zu finden.
So funktioniert das nicht. Auf die Frage nach dem "Warum" existiert keine Antwort.
Weil die 15 Toten aber nicht vom Blitz getroffen wurden, sondern von Menschenhand starben, will sich eine Gottergebenheit nicht einstellen.
Einen Finger können wir allerdings auch nicht ausstrecken, um auf den Täter zu zeigen. Denn da sind die unaufmerksamen Eltern, die betriebsblinden Lehrer, die überflüssige und ihrem Wesen nach böse Ballerspielindustrie. Nicht zu vergessen "die Gesellschaft" - wir gesichtslose, uns ins Anonyme verkriechende Ignoranten, die wir uns nicht für unseren Nächsten interessieren.
Wir wollen Rechenschaft, wo wir keine finden können. Wir wollen Eindeutigkeit, wo es keine gibt.
Seitenlange Analysen, Interviews mit Psychologen und kritisch-philophische Betrachtungen gesamtgesellschaftlicher Entwicklungen - dieses ganze Gequatsche, es ist ein Placebo, eine Scheintherapie gegen unsere Fassunglosigkeit: Gefühle wie Trauer und Entsetzen lassen sich nicht rational befriedigen. Es gibt keine einzige Wahrheit, ebenso wie es keine einzige, eindimensionale Schuld gibt - außer der des Täters im Augenblick der Tat.
So funktioniert das nicht. Auf die Frage nach dem "Warum" existiert keine Antwort.
Weil die 15 Toten aber nicht vom Blitz getroffen wurden, sondern von Menschenhand starben, will sich eine Gottergebenheit nicht einstellen.
Einen Finger können wir allerdings auch nicht ausstrecken, um auf den Täter zu zeigen. Denn da sind die unaufmerksamen Eltern, die betriebsblinden Lehrer, die überflüssige und ihrem Wesen nach böse Ballerspielindustrie. Nicht zu vergessen "die Gesellschaft" - wir gesichtslose, uns ins Anonyme verkriechende Ignoranten, die wir uns nicht für unseren Nächsten interessieren.
Wir wollen Rechenschaft, wo wir keine finden können. Wir wollen Eindeutigkeit, wo es keine gibt.
Seitenlange Analysen, Interviews mit Psychologen und kritisch-philophische Betrachtungen gesamtgesellschaftlicher Entwicklungen - dieses ganze Gequatsche, es ist ein Placebo, eine Scheintherapie gegen unsere Fassunglosigkeit: Gefühle wie Trauer und Entsetzen lassen sich nicht rational befriedigen. Es gibt keine einzige Wahrheit, ebenso wie es keine einzige, eindimensionale Schuld gibt - außer der des Täters im Augenblick der Tat.
nessy - 13. Mrz, 00:02
Aber selbst wenn die Eltern oder Freunde nicht genau hingeschaut haben: Was hätten sie entdecken sollen, wenn sie genau hingeschaut haben? Dass der Junge sich gerne verkroch? Dass er Computerspiele spielte? Dass er zurückgezogen und kontaktscheu war?
Wenn ich an die Zeit zurückdenke, als ich 17 war, wäre ich wohl auch ein potentieller Amokläufer gewesen. Nur Ballerspiele gab's damals noch nicht.