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Die singeligsten Singles

Sie stemmen, schwitzen, schnaufen. Ihre Leiber beugen sich unter Lasten, liegen unter schweren Scheiben oder wippen auf dem Trimmrad, um sich leichter der Wattzahl zu erwehren. Ich nenne sie Ken, Jeff, Bär, Elmar, Gaucho und Neanderthaler, die Männer, die mehrmals pro Woche über Stunden trainieren.

Sie sind Singles. Sie sind die singeligsten Singles, die man sich vorstellen mag, denn sie sind nicht nur einfach solo.

Jeff zum Beispiel. Er hat nicht nur keine Frau. Er hat auch keine Freunde. Keine richtigen. Er hat Leute, mit denen er etwas macht. Aber nicht viele. Eine Zweckgemeinschaft der Einsamen.

Elmar, der windschiefe Informatiker mit dem Charisma eines Knäckebrots, hat nicht einmal das. Er nuschelt zuweilen Nerdiges in Richtung seiner Fußspitzen. Sonst schweigt er, strampelt und stemmt - freut sich aber nackig, wenn ihn ein Mensch anspricht.

Ich könnte in der Liste fortfahren, aber es würde nichts hinzufügen. Alle Kens sind Jeffs, alle Gauchos Elmars. Jeff sagt, es sei schwierig, Leute kennenzulernen, Gespräche zu beginnen, Kontakte zu knüpfen. Was überhaupt sagen, und wie dann weiter? Letztendlich bleibe man doch allein, trotz aller Bemühungen. Das Leben außerdem des Fittis sei Arbeit und Schlafen.

Wollte ich, ich könnte Jeff gefallen. Oder Elmar oder Ken. Wollte ich, ich könnte mehr als gefallen - später, nachdem sie geduscht haben. Aber ich will nicht.

Es ist ihr Unvermögen zu kommunizieren: Weil sie nicht wissen, was sie sagen sollen, beginnen sie bei sich und enden auch dort. Es ist ihr kauziges Wesen: Sie sind allein, weil sie Sonderlinge sind, und sie werden sonderbarer, je länger sie allein sein. Es ist ihre Verzweiflung: ihre tiefe Verzagtheit, die ihnen in fetten Buchstaben auf die Stirn gemalt ist und die jede Unverbindlichkeit unmöglich macht.

Sie sind Gefangene ihrer selbst, wollen Kontakt, aber können nicht mit Menschen umgehen. Irre ich mich, oder gibt es immer mehr von ihnen?

Sie

haben die Gunst der Stunde, noch ein Spiel erkennen zu können...
Denen bleibt nichts mehr als Pumpen...und blasen. Seisdrum.

Ich kenne auch ein paar Derer... sie scheinen nicht unbedingt mehr zu werden - aber je länger man von ihrem Dasein weiss und in folge dessen dies natürlich auch beobachtet, umso intensiver fällt einem das auf. Sicher kommt immer mal ein "Neuer" dazu, langes Singledasein, Selbstgespräche, wegheiratende Freunde führen dazu. Aber ich denke, das ist wohl noch im normalen gesellschaftlichen Schwund enthalten.

rein darwinistisch betrachtet kann es eben nicht nur alphmännchen geben.

Rein darwinistisch betrachtet wüsste ich eine Menge mehr Männer, die auf die Streuung ihrer Gene verzichten sollten.

Es gab da mal Gesetze in Deutschland, im Sinne von Darwin...wegen der Streuung von Genen...
E-Heldin (Gast)

Nun gut, Ihre Fitti-Jungs leben ihren Lebensstil zumindest konsequent und ohne jemanden dabei zu verletzen. Und, ja, es gibt unglaublich viele unkommunikative Männchen, deren Lebensaufgabe in meiner Welt nicht nachvollziehbar ist.

Ich mache mir allerdings viel lieber Gedanken über die Damenwelt, die als Single figürlich betrachtet entspannt durchs Leben singlet. Doch kaum ist der Beziehungsstempel auf der Stirn getrocknet, fängt das Hefeteilchen-Syndrom an. Und das noch so völlig ohne anstehenden Nachwuchs oder Ring am Finger...

Dabei soll eine knospende Beziehung ja erstmal noch schlanker machen (Verliebtheit, Hormone, alles ist so aufregend, wir tollen lieber durchs Bett anstatt zu essen), und erst später soll's bergab gehen mit der Figur. Oder bergauf, also gewichtsmäßig, je nachdem.

E-HELDIN

"...Männchen, deren Lebensaufgabe...nicht nachvollziehbar ist." Ja auf welchen Weg begeben wir uns denn da, rethorisch, mal ebenso gefragt? Ich hoffe es bleibt nur die Welt von E-Heldin...sonst wird mir irgendwie bange, weil - ich habe nämlich keine LebensAufgabe...ich lebe einfach so hin, so täglich...

sehen sie, frau nessy, das ist der grund, warum ich bisher noch in kein fitti-studio gegangen bin - zuviele beobachtende ;-)
da sonne ich meinen astralkörper doch lieber atmungsaktiv geschützt auf dem joggingparcour durch die felder und die wälder.

Wenn Sie dabei aber plötzlich der Herzschlag ereilt (Männern in Ihrem - besten - Alter und bei Ihrer verantwortungsvollen beruflichen Stellung passiert das ja ständig), liegen Sie tagelang in den Feldern rum und sind schon ganz gammelig, ehe man sie findet. Im Fitti aber werden Sie sofort geholfen und von kräftigen Kerlen herzmassiert.

Wer zwischen Felder und Wälder wohnt hat leicht reden...

Es gibt viele davon. Das werden bald aber weniger. Gemeinschaft kommt, wenn sie nötig wird. Und das, denke ich, ist in ein paar Monaten, wenn der ganze Finanzkram auf den einzelnen durchbricht, der Fall.

Dann gibts auch wieder was zu sagen...

Der Finanzkram ..?
Ach, die Wirtschaftskrise. Jaja. Wissen Sie, ich habe im Grunde keine Finanzen. Deshalb ist mir das nicht so präsent.

Ich habe einen ehemaligen Kollegen, der in etwa in die gleiche Richtung schlägt: Zwar unheimlich kontaktfreudig und offen, ist aber niveaulos, chauvinistisch, arrogant, verlogen und selbstverliebt. Er schafft es, jeden den er kennt, innerhalb 3 Monaten zu einem Gegner zu machen. Und wundert sich immer, dass ihn jeder anfaucht.

Chauvinistisch, arrogant ... nee, das sind die Kens, Gauchos und Elmars nicht. Ganz im Gegenteil würde man sich einen gesunden Machismo durchaus mal wünschen.

Sind es jeweils genau 3 Monate?

Es sind maximals 3 Monate. Ein Freund von mir, der ihn einmal traf, hatte das schon nach 5 Stunden hinter sich.

Traurig.

aber wahr.
André (Gast)

Was aber...

...werte Nessy, wenn sich diese Kens, Jeffs, Gauchos und Elmars gerade deswegen in den Sport flüchten, weil sie sonst keine andere Möglichkeit haben, ihre Energie/ Zuneigung/ Kraft - die sie so gerne ihrer großen Liebe zuwenden möchten - loszuwerden? Sicherlich hat der Herr hier unten auf Erden einen großen Tiergarten und es gibt sicherlich einige jener Exemplare, die Ihren Beschreibungen sehr sehr nahe kommen (...), aber es sind doch nicht alle dieser singeligen Singles von der gleichen Sorte. Sport ist eine ideale Methode auf andere Gedanken zu kommen und das kann doch nicht falsch sein, wenn Mann einen Weg sucht, seinen Kummer zu verarbeiten.

Zweifellos richtig, Herr André. Sport ist eine prima Sache und allemal besser, als zu Hause bei PC-Spielen und herunter gelasenen Rolläden geistig zu degenerieren. Vielleict wäre eine Teamsportart in dem Fall eine prima Ergänzung zur Muskelschmiede - nur wegen des sozialen Aspekts. Vom Fußball bis zum Synchrontrampolinspringen ist dahingehend ja für jedes Talent was dabei. Und auf Mannschaftsfahrten soll ja so Einiges gehen, habe ich mir sagen lassen.

Was ist denn der "soziale Aspekt"? Einerseits dreht es sich in der Firma um "Kindergarten"(s.o.) andererseits sollen sich diese "Kinder", in ihrer Freizeit, wie in der Firma auch, wieder in eine Gruppe ein- und (zwangsläufig) auch unterordnen. Es ist doch schön, wenn es Individuen, Einzelgänger und ähnliches gibt...egal wie sie sich aus der subjektiven Beobachtung einer allwissenden, temporären Singlefrau, darstellen...

Freilich kann jeder alleine bleiben, der mag. Für denjenigen, der darunter leidet, ist das Teilen seines persönliches Interesses mit einer Gemeinschaft aber manchmal hilfreich. Teamsport. Portgusiesisch lernen natürlich auch. Ikebana. Oder ein Debattierklub.

Ja oder ganz aktuell: Schützenverein...

...nun ja...

Es ist ihr Unvermögen zu kommunizieren:

... ich frag mich... was diese "Prototypen" von anderen Männchen unterscheidet.... Ach ja..., die durchtrainierten Körper!! Na, da hätten sie ihren Chromsomengenossen ja etwas voraus... ;))

Also ... ähäm ... Elmar trainiert zwar eifrig, nur verfehlen seine Bemühungen ihre Wirkung. Vielleicht trittt diese aber irgendwann über Nacht zutage.

*grins*

... aha. Verstehe. Naja reicht doch. Tagüber bin ich eh arbeiten.... *fröhlich pfeif* ....

Eifrig und fleißig...führt oft zu keiner Wirkung...

Nachtrag

"...weil sie Sonderlinge sind...ihre Verzweiflung...tiefe Unverzagtheit...Gefangene ihrer selbst..." Ist das aus Rosamunde Pilcher abgeschrieben? Oder irre Ich mich?
Was ist ein "Sonderling"...die "...fetten Buchstaben..." sind doch von der Betrachterin auf "...die Stirn gemalt..." des Delinquenten, des "Gefangenen" des "Sonderlings"...Aussenseiter schaffen...mit Worten...

Das Fitti als Spiegel unserer Gesellschaft. Bin mal gespannt was passiert wenn ich mir wirklich die 6er Karte fürs FrühSchwimmen besorg....wer da wohl neben mir freiwillig um 7 Uhr schwimmen geht :)

Lassen sich um diese Zeit nicht immer Blumenbadekappen tragende Rentnerinnen und ihre männlichen, erstaunlich behende schwimmenden Pendants zu Wasser?

Es handelt sich dabei ja um eine Therme...ich denke mal die Badekäppchen befinden sich dann eher im "Spa" Bereich. Wenn nicht möchte ich Gefahrenzuschlag.

Der Spa-Bereich ist doch zum Knutschen, oder?

Oder für die Krampfaderbehandlung

So sind sie, die männlichen Aschenputtels.
Sie müssten nur auf die passende weiblich Form treffen und ...schupps.

Haben Sie nicht ne passende Bekannte, die sie mitschleppen könnten ins Studio?
Sie wissen schon..gleich zu gleich gesellt sich gern...

Ich habe da so'ne Verkorkste, aber sie hat so hohe Ansprüche - der Kerl, der ihr recht ist, muss noch hergestellt werden.

Ja, die gibt es immer mehr, direkt proportional zu den singeligen Frauen.

Aber schön, daß hier eine Art Mitleid anklang - das unterstreicht den Gesamteindruck.

Singles sind mitleiderregend.

Och,

so grundsätzlich will ich das nicht sagen. Es gibt durchaus Menschen in Beziehungen, die einen hohen Mitleidsfaktor haben.

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Draußen nur Kännchen: Die singeligsten Singles

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Oh, ist das schön! Vielleicht...
Oh, ist das schön! Vielleicht ist es dann noch...
nina (Gast) - 17. Dez, 15:55
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Marco (Gast) - 17. Dez, 07:47
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nessy - 16. Dez, 11:41
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LeilaCouleur - 15. Dez, 23:45
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