Aus dem Leben

Mittwoch, 2. Juli 2008

Lückenbüßer

arschparker500

Der Verfasser dieses Zettels wird die Sache anders sehen, aber ich nehme an, es ist Reiner Calmund oder der re-inkarnierte Günther Strack.

Gegenüber vonne Schicht haben wir einen großen Parkplatz, auf dem der geneigte Arbeitnehmer seinen Pkw abstellen kann, bevor er schaffen geht. Auf dem Parkplatz gibt es Striche. Die sind dafür gedacht, um dazwischen zu parken. Also dazwischen und nicht darauf. Das scheint schwierig, denn die Menschen neigen dazu, drei Lücken so zu verparken, dass die zwei äußeren Parkplätze mit Tendenz zur Mitte hin besetzt sind, und in der Mitte so viel freier Raum bleibt, dass so gerade niemand mehr dazwischen passt.

Normalerweise! Denn seit ich in der Großstadt wohne, nehme ich Parklücken als Herausforderung; und seit ich ein Auto mit Rückfahrkamera habe, fahre ich dabei auch nix um. Diese aus Stümperhaftigkeit resultierenden Kleinstlücken werden also von mir beparkt.

Ich stelle, vorsichtig spiegelguckend, rückwärts zwischen den Vorwärtsparkern mein Auto ab, Fahrertür an Fahrertür. Es passt wie Arsch auf Eimer. Zugegeben, es ist etwas eng beim Aussteigen. Aber mal ehrlich: Ich, Gottes physiognomisches Gegenkonzept zu Kate Moss, die Fleisch gewordene Keksvernichtungsapparatur, kann da noch ein- und aussteigen. Dann können es andere auch. Außer ... Sie wissen schon.

Ich finde dann abends diesen Zettel hinter meiner Windschutzscheibe vor und denke mir: Naja. Man kann sich über Arschparker wie mich ärgern. Man kann aber auch akzeptieren, dass man in einer Großstadt wohnt und der Parkraum knapp ist. Und dass man zwischen den Linien parken soll und nicht darauf. Und dann kann man den Bauch einziehen, einsteigen und davonfahren. Einfach so.

Donnerstag, 26. Juni 2008

Das Bartdings

Männer und Bärte.

Ich komme auf das Thema wegen des Herrn Metzelder. Er sieht ja von der körperlichen Anlage her nicht schlecht aus. Aber was hat er da für ein Haardings im Gesicht? Kommt das ab, wenn wir Sonntag Europameister werden? Oder trägt er das freiwillig? Ist sein Vater Rübezahl, und wir wissen es nur nicht? Gesunder Archaismus in allen Ehren. Etwas Steinzeit tut dem gemeinen Mann ja gut, solange er sich nach dem Pinkeln die Hände wäscht. Aber möchte ich eine Hecke küssen?

Eine gänzlich andere Nummer: Schnauzbart! Ein Mysterium. Man gewinnt den Anschein, ab einer gewissen Karrierestufe hilft nur noch ein Schnauzbart, um auf den großen Thron zu kommen. Wiedeking zum Beispiel. Körber, der Metro-Mann. Und dann diese ganzen Politiker: Ude, Struck, Solms. Ohne Tropfenfänger? Wahrscheinlich Kommunalfuzzi und Winkepeter in einer Knallerregion wie der Uckermark.

Dreitagebärte aber. Muss ich dazu was sagen?
//*rrrrr

Dienstag, 24. Juni 2008

Im Stehen!

Gestern abend gegen 21 Uhr vor dem Penny. Auf dem Gestänge, zwischen dem die Einkaufswagen stehen, hocken drei angehende Teenager. Ich nehme mir einen Wagen.

I: [...] dass man beim Sex liegen tut.
II: Nee, da kann man auch bei stehen.
I: Wie willst du denn dabei stehen?
III: Woher weißt du denn das?
II: [verschüchtert] Weil ich das schonmal gesehen habe.
I + III: [im Chor] Du hast das schonmal gesehen?!
III: Wo denn??!
II: [noch verschüchterter] Meine Eltern haben das mal so gemacht.
I: Deine Eltern machen Sex im Stehen?
III: Ey, du hast Deine Eltern gesehen, wie sie Sex im Stehen machen?
I: Das ist ja pervers.
II: Fand ich auch.

Mittwoch, 18. Juni 2008

Nachwuchs!

"Du wirst insgesammt (sic!) 2 Kind(er) kriegen
Die Geburtsdaten sind:
1. Kind: 19.11.2016
2. Kind: 11.04.2020"
Erstes Kind mit 38. Sagt der Test. Das ist ganz prima. Finde ich gut.

Vor Jahren war ich aus Gründen mal bei einer Wahrsagerin. Sie hat in meine Hand geguckt und mir gesagt, ich würde spät Mutter werden. Ich würde zwei Kinder bekommen, einen Jungen und ein Mädchen.

Es muss also stimmen.

Aus der Reihe ...

... "Sätze, die Frauen nicht hören wollen":

Auf Deiner Oberlippe da, sind das Borsten?

Das sind Sommersprossen! Borsten ... also echt ... tses.

Sonntag, 15. Juni 2008

Eine Hochzeit und ein Todesfall

Wir fahren etwas eher los, um die Kirche zu schmücken. Weil wir nicht wissen, wo genau die Kirche ist, rufen wir Tinchen auf dem Handy an. Sie ist schon vorgefahren. Sie sagt nur: "Hier ist ein totes Pferd."

Ich denke: "Sie meint bestimmt, dass nix los ist." So wie man sagt, es sei tote Hose. Tinchen kommt nicht von hier und spricht manchmal komisch.

Wir biegen um die Ecke. Auf der Straße vor der Kirche liegt tatsächlich ein totes Pferd. Mitten drauf liegt es, groß und weiß und auf der Seite. Es blutet den Rinnstein voll. Daneben stehen ein zerbeulter GTI und eine weiße Kutsche. Pferd und Kutsche gehören offensichtlich zu einer Hochzeitsgesellschaft, die vor uns in der Kirche zugange ist.

"Sauber", denke ich. "Da hat jemand den Zossen der Braut tot gefahren."

Wir stehen eine Weile mit laufendem Motor da. Wir können nicht weiterfahren, denn die Straße ist voller Pferd. Dann geht die Kirchenpforte auf, Hochzeitsmarsch, und das Brautpaar tritt heraus. Hinter uns kommt die Polizei mit Blaulicht. Wir fahren rechts ran. Blumenkinder werfen Rosenblätter. Lächeln, Händeschütteln, Gratulation. Das Pferd ist weiterhin tot.

Brautpaar und Anhang werden auf den Trauerfall aufmerksam und versammeln sich um den Gaul. Irgendjemand singt: "Da hat das tote Pferd .... sich einfach umgekehrt ..." Kinder heulen. Das Pferd glotzt milchig in die Runde.

Bis der Leichnam von der Straße runter ist, dauert es eine Weile. Die Polizei nimmt den Unfallhergang auf. Ein Gabelstapler kommt und bringt das Pferd fort. Der Kutscher mimt den Zossen und zieht seine Kutsche nach Hause.

Als zwei Stunden später unser Brautpaar in seiner Limousine um die Ecke biegt, zeugt nur noch geronnenes Blut von den Geschehnissen. Wir heiraten, als wäre nichts gewesen.

Samstag, 14. Juni 2008

Wie Onkel Adolf zurück nach Hause kam

Am heutigen Tage finden um mich herum zahlreiche Festivitäten statt, darunter auch Trauerfeiern. Das erinnert mich wieder einmal an eine Begebenheit aus dem Sauerland. Im Sauerland gibt es viele Gestalten, die allerlei krude Dinge tun, was aber erst auffällt, wenn man von außen draufblickt. Wer mittendrin wohnt, findet alles normal.

Es begab sich in den 60er oder 70ern, dass Onkel Adolf starb - allerdings nicht bei uns in seiner sauerländer Geburtsstadt, sondern in Kassel. "Glaube, Sitte, Heimat", all das sowie seine Sippschaft hatte er seinerzeit mitten im Krieg hinter sich gelassen. Man munkelt wegen eines Flittchens, dem er nachgezogen war, aber das tut nichts zur Geschichte.

Onkel Adolf schied also dahin, dort in Kassel. Weil er keine Kinder hatte und die Mischpoke im Sauerland sicher gehen wollte, dass er A) wirklich tot war und B) in geweihter, katholischer Erde zu liegen kommt, war klar: Onkel Adolf musste nach Hause, koste es, was es wolle! Man leerte Sparschweine, sondierte des Onkels Ersparnisse, zählte die letzten Pinunsen zusammen und resümierte: Unter die Erde kriegen wir ihn, aber für die Überführung reicht's nicht.

Große Konferenz. Dann die alles entscheidende Frage, hineingerufen von den hinteren Bänken: Wer sagt eigentlich, dass man tote Onkels nur in schwarzen Kombis mit weißen Gardinen transportieren darf? Raunen und Gemurmel. Zustimmung. Und so stiegen Adolfs Bruder Rudolf und Schwägerin Hedwig in ihren Opel, fuhren nach Kassel, schleppten den im Wohnzimmer seines Flittchens aufgebahrten Onkel Adolf zum Auto, versuchten ihn in den Kofferraum zu knicken, setzten ihn schließlich auf die Rückbank, schlugen die Tür zu und fuhren ab.

Die Bundesstraße 1 zwischen Kassel und dem Sauerland ist lang und kurvenreich. Onkel Adolfs Muskeltonus hingegen war mäßig. Immer wieder kippte er zur Seite, wo er lag wie tot. Zugegeben, er war tot, aber das sollte ja niemand mitkriegen, schon gar nicht die Polizei, das würde nur unnötige Fragen aufwerfen. Im schlimmsten Fall dürfte man nicht weiterfahren, Onkel Adolf begänne zu riechen, oder die Bullen würden den Alten einkassieren und er würde gottlos zwischen Kassel und Brilon verscharrt. Möglicherweise käme ein übereifriger Wachtmeister gar auf die Idee, Onkel Rudolf und Tante Hedwig hätten Onkel Adolf höchstselbst das Lebenslicht ausgeblasen, wo doch Onkel Rudolf wegen eines Augenleidens sowieso einen verschlagenen Blick drauf hatte. Nein, das konnte man nicht riskieren. Also hielten Onkel Rudolf und Tante Hedwig in der nächsten Ortschaft an, kauften im Baustoffhandel einen Strick, schoben Onkel Adolf in die Mitte der Rückbank, schlangen ihm den Strick unter den Achseln hindurch, führten das Ende nach hinten zur Anhängerkupplung und zogen stramm. Aufrecht hockte er nun da, den Kopf zwar auf der Brust, aber alte Herrschaften schlafen ja viel.

Am Abend fuhren die Drei dann vor einem Sauerländer Schreinergeschäft vor, wo Onkel Adolf auf Kiefernholz und Doppelkrepp seine letzte Ruhe fand. Schreiner und Kundschaft kannte sich freilich, doch ehrlich gesagt: Selbst wenn nicht - hinterfragt hätte Onkel Adolfs letzte Fahrt niemand. Schließlich gibt es im Sauerland viele Gestalten, die allerlei krude Dinge tun.

Freitag, 13. Juni 2008

Flirty

"Haben sie uns gerade angezwinkert? Wir sind uns nicht sicher. Fakt ist, dass wir Sie sicherlich als einen „subtilen Flirt" bezeichnen können – Sie sind ein Meister des Flirt-Spiels. Sie wissen, wie Sie von jemand anderem Aufmerksamkeit bekommen können, zu jeder Zeit. Ein kurzes einladendes Lächeln, ein kleines „Schau-weg-schau-wieder-hin" Spielchen – über kurz oder lang wickeln Sie das Objekt ihrer Begierde um den kleinen Finger. Das Beste an Ihrer Methode: Sie ist diskret. Sie können immer die Unschuldige spielen und sich kokett aus der Affäre ziehen, wenn etwas falsch verstanden oder aus dem Kontext gerissen wurde. Versichern Sie sich nur, dass Sie nicht zu subtil werden oder Sie spielen am Ende das Spiel mit sich allein."

Montag, 9. Juni 2008

Liebe lieben Männer, ...

die Ihr mir wehklagend vortragt, Frauen hätten eine Vorliebe für Arschlöcher und wüssten Eure Qualitäten nicht zu schätzen - hier eine Erklärung:

Abgesehen von diesem Typen, der mit Silberkettchen und Siegelring aus seinem Porsche Cayenne aussteigt und sich mit einem Gangbild, als sei er gerade vom Pferd gestiegen, zum Gespött macht, habt Ihr alle das gleiche Problem: Ihr seid nicht zu lieb. Ihr habt kein Profil.

Beginnen wir bei den Basics: Männer erregen Aufmerksamkeit, wenn sie entweder besonders gut oder besonders außergewöhnlich aussehen, etwas gut können oder eine herausragende Charaktereigenschaft haben, zum Beispiel ein gutes Humorgespür.

Bevor wir Euch kennenlernen, müssen wir Euch bemerken oder besser noch: Wir benötigen einen Grund, warum wir uns für Euch entscheiden sollten. Nehmt Euch ein Beispiel an der Werbung: Bekanntheit aufbauen. Markenimage kreieren. Sowas braucht Ihr auch. Wie?
  1. Kurzzeitig Aufmerksamkeit erregen. Töpfe schlagen, Feuerwerk loslassen. Klappt gut mit Humor und ein bisschen Holzhammer und reicht meist, um die Frauen erstmal für Euch zu interessieren. Wirkt allerdings ein bisschen billig. Aber egal: Was Ihr daraus macht, liegt dann ja an Euch. Nicht nur stille Wasser sind tief.
  2. Langfristig planen. Ihr kennt diese Marken, denen Ihr Ruf voraus eilt, ohne dass sie großartig Werbung machen? Lernt daraus.
Kommt jetzt bitte nicht mit: "Ihr Frauen seid so schrecklich oberflächlich! Ihr achtet nur aufs Äußere!" Motten fliegen nunmal ins Licht. Aber Licht verströmt eben nicht nur Helligkeit, sondern auch Wärme. Auffällig leuchten oder wohlig unsere Herzen wärmen - eines von beidem solltet Ihr können.

Aber bitte: Vergesst Euch nicht selbst dabei. An Gegenständen, die glatt und rund sind, bleibt nichts hängen. Wer zu lieb ist, bietet keinen Grund zu Auseinandersetzung.

Ihr habt doch eine Meinung, oder? Dann sagt sie! Ihr habt Pläne? Dann setzt sie um! Ihr habt Wünsche? Dann lebt sie! Aber überlegt nicht, was andere darüber denken könnten, und versucht nicht dauernd nur zu gefallen. Wenn Frauen sehen, dass Männer für ihre eigenen Interessen kämpfen, werden sie es auch für die ihrer Liebsten tun. Leidenschaft ist gefragt, nicht nur in der Liebe. Das verleiht Euch Heldenpathos, wirklich jetzt.

Das Wichtigste aber habe ich vergessen: Seid aktiv! Wie sollen wir Euch finden, wenn Ihr Euch hinter PC und DVD-Player versteckt? Kommt in die Sonne und redet mit uns. Sprechen hilft.

Mittwoch, 4. Juni 2008

Irrtümer des Lebens, Teil III

In meiner Straße wohnte Roman. Roman war der Bruder von Christina, die schon vor vielen Jahren einen bärtigen Arbeitskollegen geheiratet hat, obwohl sie zig Jahre jünger ist als er. Roman und Christina wohnten am Ende unserer Vorstadtsackgasse mit den Reihenhäusern, weshalb wir uns oft im Wendehammer trafen, um dort fangen und Hüpfkästchen zu spielen.

Irgendwann wurden wir älter, und Roman begann, statt Hüpfkästchen Gitarre zu spielen. Er ließ sich die Haare lang wachsen und wurde zum Gitarristen der Abi-Band, wenn auch nicht meiner Abi-Band, denn er war älter als ich.

In den Zeiten, als wir Hüpfkästchen spielten, ich in die Grundschule ging und noch sehr unbedarft war, entdeckte ich in der Stadtbücherei viele Bücher, die Roman geschrieben hatte. Mir war klar, dass es nicht der Roman sein konnte, der all diese Bücher verfasst hatte. Wahrscheinlich war es nicht einmal ein und derselbe mir unbekannte Roman. Doch trotzdem: So viele unterschiedliche Bücher, und alle hatten etwas mit einem Roman zu tun.

"Mama", fragte ich meine Mutter, "warum heißen alle Schriftsteller Roman?" Sie verstand erst, als ich auf einen Buchtitel zeigte, und lachte.

"Aber Kind", sagte sie. "Das heißt doch nicht ['Ro:man], sondern [Ro'ma:n]. So heißt das Buch." Aber das Buch hieß doch Die Dornenvögel?!

Genauso wie mit Roman erging es mir mit Re - gi - e, der Schauspielerin, die in jedem Film mitspielte. Erst Jahre später fand ich heraus, was es mit beiden auf sich hatte.

Kaffeeklatsch

ich hab mich gerade weggeschmissen...
ich hab mich gerade weggeschmissen vor lachen!! ich...
Skin
jepp, so sieht es aus....
jepp, so sieht es aus. aber ehrlich, ist eigentlich...
ruebefrei
Also meine eine muss...
Also meine eine muss ja ein wenig errötend zugeben,...
loewenzahn (anonym)
Manchmal bin ich ganz...
Manchmal bin ich ganz froh, dass ich kein Auto besitze.
graefin
@IXY: *notier* ......
@IXY: *notier* ... damit ich weiß wohin ich...
virtualmono

Keks dazu

T9
Aktuellstes, dem Telefonino beigebrachtes Wort: Gänseblümchen

Mood

Soundcafé



Kundschaft

Kaffeemühle

 

Pächter

Im Geschäft seit 916 Tagen.
Letzte Bestellung: 8. Jul, 18:14

Hinterzimmer
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