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Aus dem Leben

Donnerstag, 19. November 2009

Freddie muss ins Krankenhaus

Freddie ist ein Freund der Familie. Ein robuster Typ mit einer Neigung zur Korpulenz, bärbeißig, Doppelkinn, Dreitagebart. Er wuchs mit meinem Vater auf, ging mit ihm auf den Bolzplatz, zum Zelten und Trinken, später zum Wandern und Trinken und mittlerweile zum Kegeln und Trinken - jeden zweiten Freitag im Kolpinghaus.

Freddie sitzt der Schalk im Nacken. Er hat immer einen guten Witz auf Lager, kennt in der Stadt Hans und Kranz, jedes Gerücht und jedes Döneken. Im wirklichen Leben verkauft er kleine, asiatische Autos von mäßiger Qualität - nichts könnte besser zu ihm passen. Denn er verkauft sie, wie er sich selbst verkauft: im Bewusstsein um ihre kleinen Mängel preist er sie mit so viel Herzenswärme an, dass niemand widerstehen kann.

Seit vorgestern aber hat Freddie eine Thrombose. Das war nicht leicht festzustellen; Freddie hat keinen Hausarzt. Seit 25 Jahren hat ihn niemand untersucht, warum auch, er war ja nie krank, hatte höchstens mal einen Kater und ein bisschen Rücken. Als ihm plötzlich das Bein schmerzte, ging er zu Bosse, seinem Kumpel. Bosse ist Allgemeinarzt, Freddies Kumpel von der Volksschule, der Exfreund seiner Exfrau - und damit prädestiniert für eine Konsultation unter Freunden.

Bosse erkennt sofort den Ernst der Lage und schickt Freddie direktemang ins Krankenhaus - ein Ort, den Freddie noch nie betreten hat. Nicht mal seine Eltern musste er jemals dort besuchen; vom Hospital sahen beide, nachdem ein Infarkt sie wie ein Blitz erschlagen hat, nur die Pathologie - und dort musste Freddie ihnen keinen Obstkorb und kein Edelkirsch mehr vorbeibringen.

Nun liegt Freddie also im Krankenhaus und kriegt alle Untersuchungen, die er in den vergangenen 25 Jahren verpasst hat. Er wird den Ort als kranker Mann verlassen: Leberwerte, Cholesterin, Bluthochdruck - um Freddies Schwächen zu diagnostizieren, braucht niemand eine Blutprobe.

Seine Frau allerdings ist gottfroh, dass die Ärzteschaft sich seiner annimmt. Nur eines wundert sie: "Im Kopp hamse bislang nix gefunden!"

Dienstag, 17. November 2009

Durchsagen, die man nicht hören möchte

"Wegen einer Betriebsstörung verzögert sich unsere Weiterfahrt auf unbestimmte Zeit."

Und das, wo es in den neuen S-Bahnen jetzt keine Toiletten mehr gibt. Wie gut, dass ich mental so gut drauf war. Reine Willenskraft.

Donnerstag, 12. November 2009

Fetisch aus Filz

Seit ich über die Damenpantolette von Unsaomma geschrieben habe, gehen hier mehrmals am Tag die Suchwörter "pantolette sex" ein. Leute, Leute ... mal im Ernst ... karierte Gesundheitspuschen mit anatomischem Fußbett und rutschhemmender Schalensohle - wer das scharf findet, dem kommt's auch bei Gitti und Erika. Fetische gibt's ...

Mittwoch, 11. November 2009

Bestellung aufgegeben

Auf dem Anrufbeantworter:
Hier ist Mama. Ich hätte dich gerne mal gesprochen. ... [dramatische Pause] ... In einer !!dringenden!! Angelegenheit. ... [weitere dramatische Pause] ... Ruf also bitte mal zurück. Diese Woche noch.

Testament? Ärger mit der Polizei? Fehlinvestitionen an der Börse?

Nessy: Ich bin's. Was gibt's?
Mutter: Es ist wegen der Kekse.
Nessy: Weihnachtskekse?
Mutter: Soll ich welche für dich mitbacken?
Nessy: Och, wenn du so fragst ...
Mutter: Am Samstag gehe ich zu Frau Lübke und backe mit ihr Spritzgebäck.
Nessy: Spritzgebäck ...
Mutter: Russisch Brot würde ich nur wegen dir backen.
Nessy: Du würdest aber, ja?
Mutter: Für mich selbst nicht.
Nessy: Aber für mich? [hüpft leicht]
Mutter: Ich muss das schon dringend wissen.
Nessy: Ich würd's nehmen!
Mutter: Sonst nix?
Nessy: Dingen mit Schokolade bin ich immer zugetan.
Mutter: Deshalb warst du als Kind auch so propper.
Nessy: $#§($% !!!!
Mutter: Aber jetzt kannst du es dir ja leisten.
Nessy: <3 <3 <3 !!!!
Mutter: Du musst die Plätzchen aber abholen kommen.
Nessy: [Daher weht also der Wind!] Na klar. Ich bleibe zum Kaffee.
Mutter: Ich meld mich dann, wenn sie fertig sind.
Nessy: Okay, danke, Mama!
Mutter: Tschüs, mein Kind.
Nessy: Tschü-hüs.

Montag, 2. November 2009

Nicht schwanger

Kollegin ist am Boden zerstört. Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen wurde sie gefragt, ob sie schwanger sei.

"Nein, verdammt, wie kommen die Leute darauf? Nur, weil ich breiter als ein Besenstiel bin?"

Habe sie mit einem zuckerfreien Kaugummi getröstet.

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Die Rückkehr der Damenpantolette

Ich bin bei Mutter und überreiche ihr die umgetauschte Pantolette für Unsaomma - Größe 40 statt 39.

Mutter: Passen Omma die Schluffen denn jetzt?
Nessy: Muss Omma mal anprobieren.
Mutter: Hast du sie denn nicht anprobiert?
Nessy: Ich trage nicht Größe 40.
Mutter: Aber zum Gucken.
Nessy: Wie soll ich gucken, wenn sie nicht passen?
Mutter: Wegen der Weite.
Nessy: ...
Mutter: Naja, muss sie halt sehen.
Nessy: ...
Mutter: [befühlt Pantoffeln] Schön sind sie ja.
Nessy: Finde ich auch.
Mutter: [lauter] Findest Du nicht??
Nessy: [ebenfalls laut] Ich sagte: Fin-De! Ich! Auch!
Mutter: Ach! Nicht.
Nessy: ???
Mutter: Redest Du nicht mehr mit mir?
Nessy: Doch. Es ist nur etwas anstrengend.
Mutter: Dich zu gebären, war auch anstrengend.

Montag, 26. Oktober 2009

Weltschmerz bei Call-Center-Agents

Anrufer: [fröhlich] Guten Tag, mein Name ist Alexander Bauer von Freenet. Haben Sie Interesse, 200 Euro geschenkt zu bekommen?
Nessy: Ääääh ...
Anrufer: Wenn Sie unser DSL Home Net online bestellen, bekommen Sie sogar noch 20 Euro und 1000 Gigabyte Online-Speicher dazu.
Nessy: Danke, kein Interesse.
Anrufer: [plötzlich bedrückt] Verstehe ich. Heutzutage hat man ja auch schon alles. Da kann man nichts machen.
Nessy: [lacht] Ja, so kann man's sagen.
Anrufer: Ist bei Ihnen auch so ein Scheißtag heute?
Nessy: Nö, es geht eigentlich.
Anrufer: Möchten Sie vielleicht mit mir tauschen?
Nessy: Ach nee, ich bin ganz glücklich als die, die ich bin.
Anrufer: Das wäre ich auch gerne. Naja. Dann wünsche ich dir noch einen schönen Tag.
Nessy: Ich dir auch.
Anrufer: Und danke fürs Gespräch.
Nessy: [lacht] Sehr gerne.

Montag, 19. Oktober 2009

Der Fluch der Damenpantolette

Als ich ankomme, sitzt Unsaomma im Sessel, an den Beinen Stützstrümpfe, an den Füßen Komfortschuhe. Fröhlich überreiche ich ihr mein Geschenk: die beste und einzige fellbezogene Damenpantolette des Ruhrgebiets.

Versonnen fummelt Unsaomma das Geschenkpapier vom Schuhkarton, öffnet den Deckel und -
"Pantoffeln????" Verwirrt sieht sie vom Karton zu mir, zu Mutter und zurück zum Karton.

"Hast du dir doch gewünscht, Omma", sage ich gepresst und schaue mit einem stirngerunzelten "Etwa nicht?"-Blick meine Mutter an. Mutter ist sofort bemüht, die Situation zu retten. Sie reißt eine Pantolette aus dem Karton - das weiße Papier fliegt hinaus und gleitet vor Ommas Gehstock zu Boden.

"Oooooch, wie schön! Guck mal, Omma, ganz warm!" Mit einer runden Bewegung streicht Mutter über Filz und Fell und zupft dabei das Preis- und Größen-Schild ab. "Die probierst du gleich mal an, woll?" Bevor Unsaomma sich wehren kann, greift Mutter ihren Fuß, zieht ihn zu sich hoch, hebelt ihr den Schuh von der Haxe und stopft ihr die Pantolette auf die Zehen.

"Das ist aber ein bisschen knapp." Vorwurfvoll schaut Mutter mich, noch über den großmütterlichen Fuß gebeugt, von unten herauf an.

Ich nehme Verteidigungshaltung ein. "Das ist 39, wie bestellt."

"Hast du sie denn nicht anprobiert?" Mutter versucht, die Pantolette weiter auf den Fuß von Unsaomma zu schieben. Doch Ommas Frist ist zu hoch, der Fuß zu mopsig. Unsaomma haut Mutter auf den Arm und jammert: "Lass das!"

Ich seufze. "Wie soll ich denn die Latschen anprobieren? Das ist doch gar nicht meine Größe." Ich erübrige mich, die Pantolette wieder mitzunehmen und gegen eine größere umzutauschen.

Nun gib Gott, dass Größe 40 vorrätig ist. Sonst beginnt alles von Neuem.

Samstag, 17. Oktober 2009

Damenpantolette

Weil Unsaomma morgen Geburtstag feiert, musste ich heute ein Geschenk kaufen. Mutter wusste: Die alte Frau braucht Pantoffeln.

Ich also los - am Samstagmittag in die Innenstadt, das ist Vorhölle mit Glitzer drauf. Nun finden Sie in dem Gewühl mal Damenpantoletten in Größe 39, die den Ansprüchen von Unsaomma genügen. Vor dem Schuhregal habe ich sicherheitshalber nochmal Rücksprache gehalten:

Nessy: Möchte sie offene Schuhe oder vorne zu?
Mutter: Offene hat sie.
Nessy: Also zue Schuhe.
Mutter: Zue hat sie.
Nessy: [ratlos] Ja ... äh ... was braucht sie denn dann?
Mutter: Sie hat doch so Fußkälte.
Nessy: Also was Warmes.
Mutter: Filz mit Plüsch.
Nessy: Fell dran?
Mutter: Kein Kunstleder. Feste Sohlen. Die Omma hat doch Parkinson.

So. Jetzt gehen Sie mal in einen Schuhladen und suchen das. Entweder hält der Einzelhandel Hello-Kitty-Ballerinas oder Riemchen mit Strass vor. Beides nichts für Unsaomma, schon wegen der Rutschfestigkeit. Fragen Sie das Schuh-Personal bitte auch nicht nach Pantoletten - Sie werden angeschaut, als hätten Sie ein Kilo Halb und Halb bestellt.

Was tragen Sie eigentlich zu Hause?

Freitag, 16. Oktober 2009

Magnetbingo

Nichts kann Lillifee, das beste aller Patenkinder, trösten. Das Schicksal hat ihr eine feste Zahnspange in den Mund gesteckt.

Ich leide mit. Zehn Jahre lang hatte ich eine feste Spange. Gefühlt. Als ob mich meine Pickel damals nicht schon genug verunstaltet hätten, musste mir noch jemand einen Zaun auf die Zähne kleben.

Besonders schlimm wurde es nach einem Jahr Klammertrauma, als ich meinen Ober- und Unterkiefer mit Gummibändern verbandeln sollte. Das ging für mein Dafürhalten endgültig zu weit. Metall im Mund ist die eine Sache, Einmachgummi die andere.

Also habe ich immer nur so getan, als ob - und jeden Tag zwei Bänder aus dem Fenster geworfen, damit meine Mutter, die stets die Packung kontrollierte, denkt, ich würde folgsam sein. Beim Kieferdoktor schob ich während der Untersuchung den Unterkiefer vor. Er glaubte deshalb, seine Behandlung sei ein voller Erfolg. Alle Beteiligten waren glücklich.

Unter meinem Kinderzimmerfenster müsste eigentlich ein Gummibaum wachsen. Vielleicht sollten ich das Lillifee aber besser verschweigen.

Kaffeeklatsch

Ist es - mit dem Titel...
Ist es - mit dem Titel "Die Karte meiner Träume".
nessy - 22. Nov, 17:08
Das hört sich interessant...
ich finde nur englische oder holländische Ausgaben....
schlafmuetze - 22. Nov, 16:42
IceBat hört lieber...
IceBat hört lieber Hörbücher, deshalb...
nessy - 22. Nov, 16:10
Das Buch hört sich...
Das Buch hört sich toll an. Kommt auf die Kaufen!-Liste....
ardent (Gast) - 22. Nov, 15:14
Hey Klasse...
... DAS bestelle ich meiner besseren Hälfte. Kann...
the rain (Gast) - 22. Nov, 12:37

Keks dazu

T9
Aktuellstes, dem Telefonino beigebrachtes Wort: schnorcheln

Mood

Kundschaft

Kaffeemühle

 

Pächter

Im Geschäft seit 1418 Tagen.
Letzte Bestellung: 22. Nov, 17:08

Hinterzimmer
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