Aus dem Leben

Montag, 2. November 2009

Nicht schwanger

Kollegin ist am Boden zerstört. Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen wurde sie gefragt, ob sie schwanger sei.

"Nein, verdammt, wie kommen die Leute darauf? Nur, weil ich breiter als ein Besenstiel bin?"

Habe sie mit einem zuckerfreien Kaugummi getröstet.

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Die Rückkehr der Damenpantolette

Ich bin bei Mutter und überreiche ihr die umgetauschte Pantolette für Unsaomma - Größe 40 statt 39.

Mutter: Passen Omma die Schluffen denn jetzt?
Nessy: Muss Omma mal anprobieren.
Mutter: Hast du sie denn nicht anprobiert?
Nessy: Ich trage nicht Größe 40.
Mutter: Aber zum Gucken.
Nessy: Wie soll ich gucken, wenn sie nicht passen?
Mutter: Wegen der Weite.
Nessy: ...
Mutter: Naja, muss sie halt sehen.
Nessy: ...
Mutter: [befühlt Pantoffeln] Schön sind sie ja.
Nessy: Finde ich auch.
Mutter: [lauter] Findest Du nicht??
Nessy: [ebenfalls laut] Ich sagte: Fin-De! Ich! Auch!
Mutter: Ach! Nicht.
Nessy: ???
Mutter: Redest Du nicht mehr mit mir?
Nessy: Doch. Es ist nur etwas anstrengend.
Mutter: Dich zu gebären, war auch anstrengend.

Montag, 26. Oktober 2009

Weltschmerz bei Call-Center-Agents

Anrufer: [fröhlich] Guten Tag, mein Name ist Alexander Bauer von Freenet. Haben Sie Interesse, 200 Euro geschenkt zu bekommen?
Nessy: Ääääh ...
Anrufer: Wenn Sie unser DSL Home Net online bestellen, bekommen Sie sogar noch 20 Euro und 1000 Gigabyte Online-Speicher dazu.
Nessy: Danke, kein Interesse.
Anrufer: [plötzlich bedrückt] Verstehe ich. Heutzutage hat man ja auch schon alles. Da kann man nichts machen.
Nessy: [lacht] Ja, so kann man's sagen.
Anrufer: Ist bei Ihnen auch so ein Scheißtag heute?
Nessy: Nö, es geht eigentlich.
Anrufer: Möchten Sie vielleicht mit mir tauschen?
Nessy: Ach nee, ich bin ganz glücklich als die, die ich bin.
Anrufer: Das wäre ich auch gerne. Naja. Dann wünsche ich dir noch einen schönen Tag.
Nessy: Ich dir auch.
Anrufer: Und danke fürs Gespräch.
Nessy: [lacht] Sehr gerne.

Montag, 19. Oktober 2009

Der Fluch der Damenpantolette

Als ich ankomme, sitzt Unsaomma im Sessel, an den Beinen Stützstrümpfe, an den Füßen Komfortschuhe. Fröhlich überreiche ich ihr mein Geschenk: die beste und einzige fellbezogene Damenpantolette des Ruhrgebiets.

Versonnen fummelt Unsaomma das Geschenkpapier vom Schuhkarton, öffnet den Deckel und -
"Pantoffeln????" Verwirrt sieht sie vom Karton zu mir, zu Mutter und zurück zum Karton.

"Hast du dir doch gewünscht, Omma", sage ich gepresst und schaue mit einem stirngerunzelten "Etwa nicht?"-Blick meine Mutter an. Mutter ist sofort bemüht, die Situation zu retten. Sie reißt eine Pantolette aus dem Karton - das weiße Papier fliegt hinaus und gleitet vor Ommas Gehstock zu Boden.

"Oooooch, wie schön! Guck mal, Omma, ganz warm!" Mit einer runden Bewegung streicht Mutter über Filz und Fell und zupft dabei das Preis- und Größen-Schild ab. "Die probierst du gleich mal an, woll?" Bevor Unsaomma sich wehren kann, greift Mutter ihren Fuß, zieht ihn zu sich hoch, hebelt ihr den Schuh von der Haxe und stopft ihr die Pantolette auf die Zehen.

"Das ist aber ein bisschen knapp." Vorwurfvoll schaut Mutter mich, noch über den großmütterlichen Fuß gebeugt, von unten herauf an.

Ich nehme Verteidigungshaltung ein. "Das ist 39, wie bestellt."

"Hast du sie denn nicht anprobiert?" Mutter versucht, die Pantolette weiter auf den Fuß von Unsaomma zu schieben. Doch Ommas Frist ist zu hoch, der Fuß zu mopsig. Unsaomma haut Mutter auf den Arm und jammert: "Lass das!"

Ich seufze. "Wie soll ich denn die Latschen anprobieren? Das ist doch gar nicht meine Größe." Ich erübrige mich, die Pantolette wieder mitzunehmen und gegen eine größere umzutauschen.

Nun gib Gott, dass Größe 40 vorrätig ist. Sonst beginnt alles von Neuem.

Samstag, 17. Oktober 2009

Damenpantolette

Weil Unsaomma morgen Geburtstag feiert, musste ich heute ein Geschenk kaufen. Mutter wusste: Die alte Frau braucht Pantoffeln.

Ich also los - am Samstagmittag in die Innenstadt, das ist Vorhölle mit Glitzer drauf. Nun finden Sie in dem Gewühl mal Damenpantoletten in Größe 39, die den Ansprüchen von Unsaomma genügen. Vor dem Schuhregal habe ich sicherheitshalber nochmal Rücksprache gehalten:

Nessy: Möchte sie offene Schuhe oder vorne zu?
Mutter: Offene hat sie.
Nessy: Also zue Schuhe.
Mutter: Zue hat sie.
Nessy: [ratlos] Ja ... äh ... was braucht sie denn dann?
Mutter: Sie hat doch so Fußkälte.
Nessy: Also was Warmes.
Mutter: Filz mit Plüsch.
Nessy: Fell dran?
Mutter: Kein Kunstleder. Feste Sohlen. Die Omma hat doch Parkinson.

So. Jetzt gehen Sie mal in einen Schuhladen und suchen das. Entweder hält der Einzelhandel Hello-Kitty-Ballerinas oder Riemchen mit Strass vor. Beides nichts für Unsaomma, schon wegen der Rutschfestigkeit. Fragen Sie das Schuh-Personal bitte auch nicht nach Pantoletten - Sie werden angeschaut, als hätten Sie ein Kilo Halb und Halb bestellt.

Was tragen Sie eigentlich zu Hause?

Freitag, 16. Oktober 2009

Magnetbingo

Nichts kann Lillifee, das beste aller Patenkinder, trösten. Das Schicksal hat ihr eine feste Zahnspange in den Mund gesteckt.

Ich leide mit. Zehn Jahre lang hatte ich eine feste Spange. Gefühlt. Als ob mich meine Pickel damals nicht schon genug verunstaltet hätten, musste mir noch jemand einen Zaun auf die Zähne kleben.

Besonders schlimm wurde es nach einem Jahr Klammertrauma, als ich meinen Ober- und Unterkiefer mit Gummibändern verbandeln sollte. Das ging für mein Dafürhalten endgültig zu weit. Metall im Mund ist die eine Sache, Einmachgummi die andere.

Also habe ich immer nur so getan, als ob - und jeden Tag zwei Bänder aus dem Fenster geworfen, damit meine Mutter, die stets die Packung kontrollierte, denkt, ich würde folgsam sein. Beim Kieferdoktor schob ich während der Untersuchung den Unterkiefer vor. Er glaubte deshalb, seine Behandlung sei ein voller Erfolg. Alle Beteiligten waren glücklich.

Unter meinem Kinderzimmerfenster müsste eigentlich ein Gummibaum wachsen. Vielleicht sollten ich das Lillifee aber besser verschweigen.

Dienstag, 13. Oktober 2009

Pummeldings im Förmchen

Sonntag ist traditionell der Tag der Kaffeekränzchen. Ausgerechnet am Sonntag wird Unsaomma 85 Jahre alt. Welch glückliche Fügung!

Weil Unsaomma schlecht hört und telefonieren nicht so ihr Ding ist, ist es meine Mutter, die die Einladungen tätigt.

Mutter: Unsaomma würde sich ja so freuen, wenn ihr kämt!
Nessy: Wir kommen.
Mutter: Sie würden sich wirklich! sehr! freuen.
Nessy: Ja doch. Sag ihr, wir kommen.
Mutter: Ich weiß gar nicht, ob ich ihr das sagen soll.
Nessy: [schnauft zart] ...
Mutter: Wäre ja auch eine schöne Überraschung.
Nessy: Mmh-mmh.
Mutter: Andersrum - wenn ich's ihr sage, könnte sie sich jetzt schonmal freuen.
Nessy: Vorfreude ist ja auch die schönste Freude.
Mutter: Aber dann kann sie vor Aufregung nicht schlafen, und schläft am Sonntag immer im Sessel ein.
[...]

Natürlich lässt es sich Mutter nicht nehmen, die ganz große Catering-Maschinerie anzuschmeißen.

Mutter: Ich werde natürlich etwas backen.
Nessy: Natürlich.
Mutter: Kuchen.
Nessy: Kuchen? Ach!
Mutter: Nicht?
Nessy: War ein Scherz.
Mutter: [leicht verschnupft] Willst Du etwa was backen??
Nessy: Kann ich.
Mutter: Mal wieder Amerikaner, oder was?
Nessy: Spezial-Amerikaner mit hamma Spezial-Schokoguss.
Mutter: Hast Du jemals schonmal etwas anderes gebacken?
Nessy: [überlegt intensiv] ...
Mutter: Diese Dings ... Pummeldings ... mit diesem ... hach!
Nessy: ???
Mutter: Na! Halt! Im Förmchen!
Nessy: Ach, Muffins meinst Du.
Mutter: Ja, menno!
Nessy: Die waren nicht von mir.
Mutter: Nicht?
Nessy: Nein.
Mutter: Ich dachte, Du könntest was.

Wie dem auch sei.

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Der Verwandtschaft geht das Altglas aus

Opa Konni, unser Familienbäcker, hat ein neues Steckenpferd.

Früher war Opa Konni Maurer. Über Umwege wurde er Manager, leitete Abteilungen im In- und Ausland, flog von Deutschland nach Übersee und wieder zurück, bis auf einem der vielen Rückflüge sein Ruhestand in Kraft trat und er plötzlich Pensionär war. Er war überrumpelt. Von Natur aus raschelig, musste er von einem Tag auf den anderen stillsitzen. Höchste Unzufriedenheit stellte sich ein.

Er besann sich deshalb auf sein gelerntes Handwerk: das Rühren und Schichten. Statt zu Putz und Mörtel griff er zu Mehl und Eiern. Seitdem quirlt, knetet und formt er Guglhupfe und Bienenstiche, Stollen und Eierschecken - täglich, stündlich, immerzu; ein kalter Backofen zeugt von Trägheit und Senilität, und wenn Opa Konni sich eins nicht nachsagen lässt, dann das. Jede Woche verschenkt er mehrere Kubikmeter Backwaren. In allen Schaften seines Umfelds - Verwandtschaft, Nachbarschaft, Bekanntschaft - häufen sich Fälle von Diabetes und Gallensteinen.

In seinem sechsten Rentnerherbst hat er nun eine Ausweichtätigkeit gefunden: das Einkochen. Mit hingebungsvollem Eifer pflückt er seit einigen Wochen Kirschen, zupft Beeren, döppt Pflaumen, entkernt Äpfel und verarbeitet sie zu fantasievollen Marmeladen. Doch um neue Kreationen herzustellen, bedarf es großer Mengen an Abfüllgefäßen. Die Schaften sind deshalb zum Sammeln aufgerufen. Sie lagern Klappkörbe voller leerer Gläser in den Kellern ihrer sauerländischen Reihenhäuser, geben sie leer bei Opa Konni ab und bekommen sie voll zurück. Bis zu Beginn des nächsten Jahrtausends ist für Brotaufstrich gesorgt.

In banger Voraussicht fragen wir uns jetzt, welche Leidenschaft er als nächstes entdecken wird - und uns ist klar: Es kommen nur Viehhaltung und hauseigene Schlachtung in Frage. Wir brüten schon über Bauplänen reihenhauskompatibler Stallungen.

Donnerstag, 24. September 2009

Geschenksuche 1.0

Saturnmaus: Kann ich Ihnen behilflich sein?
Nessy: Don Camillo und Peppone - haben Sie das als DVD?
Saturnmaus: Don ...?
Nessy: Camillo. Und Peppone. Der Pfarrer und der Bürgermeister. Aus den 60ern.
Saturnmaus: 60er ... oh, haha, so alt bin ich noch nicht. Da fragen Sie am besten mal meinen Kollegen.

Next try Kollega.

Saturntuppes: Ich guck mal im Computer.
tippt: don camile pepino
Nessy: Camillo. Und. Peppone.
Saturntuppes: Was sind'n das für Filme??
Nessy: Schwarz-weiß, aus den 60er. Komödien.
Saturntuppes: [erleuchtet] Ah! Schwarz-weiß! Dann kommen die in der Weihnachszeit wieder. Da kuckt man ja eher sowas.

Montag, 21. September 2009

Nackt im Hausflur

Es ist sehr schön, bei Freunden zu übernachten. So richtig freudig wird's aber erst, wenn
  • der Hausherr des Nachts mal austreten muss,
  • dabei schlaftrunken die Wohnungs- mit der Badezimmertür verwechselt,
  • es mit erwachenden Sinnen gerade noch schafft, nicht auf die Fußmatte zu pinkeln,
  • und danach sturmklingelnd wieder um Einlass bittet.
Splitterfasernackt, versteht sich.

Bis man im Halbschlaf erstmal kapiert, dass es an der Tür klingelt - mitten in der Nacht! -, und bis man sich - als Frau! - hinreichend bewaffnet hat, um dem Fremden zu öffnen, kann natürlich schonmal eine Viertelstunde vergehen.

Kaffeeklatsch

3er BMW Hasenkiste ;-)...
3er BMW Hasenkiste ;-) Echte Kerle fahren 7er und...
virtualmono - 7. Nov, 06:58
Empirelinie?
Aber hallo, damit sieht JEDE schwanger aus. Wer auch...
Benedicta (Gast) - 7. Nov, 01:36
charakterspass! jawohl....
charakterspass! jawohl. spass alleine macht das kraut...
quietplease - 6. Nov, 16:48
Im Grunde ist das Philosophie.
Im Grunde ist das Philosophie.
nessy - 6. Nov, 10:48
DAS scheint tiefgründiger...
DAS scheint tiefgründiger als es auf den ersten...
LeilaCouleur - 5. Nov, 22:39

Keks dazu

T9
Aktuellstes, dem Telefonino beigebrachtes Wort: schnorcheln

Mood

Kundschaft

Kaffeemühle

 

Pächter

Im Geschäft seit 1402 Tagen.
Letzte Bestellung: 7. Nov, 06:59

Hinterzimmer
Ich brühe Ihnen gerne persönlich einen Kaffee auf: die.liebe.nessy [bei] gmail [punkt] com

Formalitäten der Verköstigung
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