Bildungsburger

Montag, 3. März 2008

Wie geht es Corinna?

  1. Man greift sich das Buch, das in diesem Moment am nächsten liegt.
  2. Schlägt die Seite 123 auf (wenn das Buch zu dünn ist, nimmt man das nächste, das mindestens 123 Seiten hat)
  3. Man sucht den fünften Satz.
"Wie geht es Corinna?", fragte Konni, während er nach den beiden Kreuz-Damen suchte, die er heute wahrscheinlich nicht mehr auf die Hand kriegen würde.

Aus Frank Goosen: So viel Zeit. Ein empfehlenswertes Buch übrigens.

[Stöckchen geworfen von ardent]

Donnerstag, 10. Januar 2008

Pipperlapisa

"Wie heißt es eigentlich, Nessy? 'Ich bin schneller wie du' oder 'ich bin schneller als du'? Meine Deutschlehrerin konnte mir das nicht sagen."

Donnerstag, 8. November 2007

Insektenbrüste, oder wie?

Ghetto-Slang mit Nessy, Unit One: Pubertierende verstehen. Heute: Vokabeln für ein Tokio-Hotel-Konzert.

Listen and repeat: Hummeltitten.

Dienstag, 25. September 2007

Vormittägliches Bildungsfernsehen

Nach intensiver Rezeption und Analyse von privatem Bildungsfernsehen an verschiedenen Home-Office-Vormittagen fällt Folgendes auf:
  • Doku-Soaps sind die neuen Talkhows.
  • Bei Gerichtsshows findet sich durch einen glücklichen Zufall in Minute 50 immer jemand im Publikum, der den verzwickten Fall auflösen kann. Es ist vorzugsweise derjenige Zuschauer, an dessen Gesicht die Kamera im Vorfeld bisweilen hängen blieb.
  • Teilnehmer der Sendung "Unsere erste gemeinsame Wohnung" lassen sich in drei Kategorien einteilen: (a) jung verliebt und aus dem elterlichen Reihenhaus ausziehend, (b) Patchworkfamilie, die innerhalb des nächsten halben Jahres Besuch von der Supernanny erhalten und damit den Sprung ins Abendprogramm schaffen wird und (c) Pärchen in den 20ern, das sich nach ungewollter Schwangerschaft in gut behüteter Arbeitslosigkeit einrichtet und sich bereits bei der Auswahl der Wandfarbe dermaßen zerstreitet, dass an ein gemeinsames Kippchen auf dem Balkon nicht mehr zu denken ist. Allen Mitwirkenden ist gemein, dass sie einen Faible für massive Wohnzimmerwohnwände, pastellfarbene Wischtechniken und Porzellanfigürchen respektive Plüschtiersammlungen haben.

Mittwoch, 1. August 2007

Da hüpft das Forscherherz

Es begab sich zu einer Zeit, in der eine liebliche Sommersonne auf die Erde herniederstrahlte und entspannte Menschen in Straßencafés Iced Vanilla Latte tranken, dass es Frau Nessy nach monatelangem Ringen um zeitlichen Freiraum und darauf folgender nächtelanger Schreibtischarbeit gelang, einen bereits für das Frühjahr angekündigten Projektbericht zu verfassen und heute Nacht pünktlich um 23:46 Uhr, noch 14 Minuten vor der Deadline, an den Empfänger zu übersenden.

Dazu verbrachte Frau Nessy Stunde um Stunde beim Erklimmen eines mit überraschend vielen Steilwänden gesegneten Zahlenbergs, kämpfte sich durch enge Gänge sackgassengespickter Tabellenlabyrinthe und zauberte aus unmotiviert dastehenden Nümmerchen herzige, farbenfrohe Grafiken.

Ihr kleines Forscherherz hüpft nun in Anbetracht der Tatsache, dass die Fertigstellung der Doktorarbeit durch den "Meilenstein Projektbericht" zwar noch nicht greifbar, aber immerhin mit bloßem Auge am Horizont zu erblicken ist. Zwar freut Frau Nessy sich nicht darüber, für detailliertere Betrachtungen die Ebene der reinen Deskription verlassen und sich mit unschuldig dreinschauenden, jedoch gerne hinterhältig in den Rücken fallenden multivariaten Analysen bekannt machen zu dürfen, doch sie begegnet dem Feind mit frisch-fröhlichem Pioniergeist - in der Hoffnung, er möge den erforderlichen, allerdings leider nicht vorhandenen Sachverstand ausgleichen.

Nach Abgabe der lästigen Terminarbeit fühlt die junge Wissenschaftlerin aber vor allem ein ungeahntes Freiheitsgefühl. Deshalb gab es gerade auch erstmal eine Iced Vanilla Latte. Yummie.

Sonntag, 27. Mai 2007

Spaß mit Akademikern

These: Überschreitet der Anteil an Akademikern unter Partygästen den Wert von 50 Prozent, sinkt der Spaßfaktor um die doppelte Anzahl von Prozentpunkten, die der Akademikeranteil steigt. Das heißt bei 100 Prozent Akademikern null Prozent Spaß. Es gibt einfach viel coolere Dinge, als sich über koaxiale interferometrische Schichtdickenmessung oder das Geschlechterverhältnis auf der Fläche des alten Inka-Reiches nach dem peruanisch-bolivianischen Krieg von 1841 zu unterhalten. Da klinkt man sich nämlich schon beim Lesen geistig aus, oder? Na, wie viele von Euch zögern nun, diesen Beitrag zu Ende zu lesen?

Jetzt stellt Euch vor, Ihr werdet damit überfallen, während Ihr Euch nichtahnend am Buffet umseht. Als ich kleine Frühlingsrollen auf meinen Teller schaufele, steht plötzlich so ein Typ neben mir: Romanist mit Forschungsschwerpunkt Süadmerika. Mit einem Mal bin ich gefangen zwischen der Schlacht von Ingavi und einem Teller Rohkost, festgenagelt zwischen der Reinkarnation des antikonföderalen General Velasco und einem Zitronenkuchen. Kontrollierter Rückzug aus den umkämpften Gebieten: unmöglich. Einziger Weg: die Flucht nach vorn. Waffen: dumme Zwischenbemerkungen. Jedoch habe ich nicht mit dem langen Atem von General Velasco gerechnet, der nicht müde wird, der offenkundig unterbelichteten Nessy mit den einsam über den Teller rollenden Loempias die Zusammenhänge zwischen dem Friedensschluss von Pasco und emanzipatorischen Strömungen in La Paz zu referieren.

Kaum bin ich dem General entkommen, gerate ich in die Fänge von Fräulein Rottenmeier, ihres Zeichens Lehrerin der Fächer Philosophie und Französisch an einer achtzügigen Gesamtschule im Rheinischen. Dass das Bildungssystem dermaßen am Boden liegt, haben wir alle bereits geahnt, dass aber Einzelpersonen einen solch großen Anteil an seinem Niedergang haben, hätte ich nie zu vermuten gewagt. Die Revision und damit die Verbeamtung vor Augen nimmt Fräulein Rottenmeier sämtliches Unbill, das ihr knüppelharter Beruf mit sich bringt, in Kauf und wirft sich jeden Morgen mit dem Läuten der Glocke in die Schlacht um Bildung und Erziehung. Ihr Kampfgerät: die Fachdidaktik. Ihre Gegner: unkalkulierbar. Während sie wortreich Ursache, Fortgang und Folgen ihrer Scharmützel referiert, sehe ich mich versucht, ihr eine Fortbildung bei General Velasco anzuempfehlen.

Nach einer halben Stunde Schulfernsehen bleibt nur noch eins: die Flucht aufs rettende, weil stille Örtchen. Auf dem Weg ins gekachelte Zimmer überrascht mich Flip, der Grashüpfer. Behende springt er aus dem Arbeitszimmer und versperrt mir mit zwei seiner sechs Arme den Weg, während er über sein Dissertationsthema monologisiert: "Die Rolle japanischer Stellschirmmalerei bei der Reflexion des Gender-Problems im ausgehenden 19. Jahrhundert." Die kulinarischen Erfahrungen meiner China-Reise vor Augen, sehe ich Flip aufgespießt und in Erdnussöl geröstet vor mir, seine Ärmchen zappeln nur noch schwach in einer Manschette aus Bierteig.

Das Positive an dererlei Veranstaltungen: Meine Chancen, zum Ende meines Lebens als "Queen of Random Knowledge" geadelt zu werden, steigen. Darüber hinaus komme ich meinem Wunsch, Herrn Jauch einmal ohne Vorlesen der Antworten die Eine-Million-Frage zu beantworten, einen Schritt näher.

Jauch: Wie hieß der peruanische Befehlshaber in der Schlacht von Ingavi im Jahr 1841?
Nessy: Ach, lesen Sie erst vor. Ich bin mir etwas unsicher.
Jauch: Sie kennen die Antwort??
Nessy: Habe ich mal auf einer Party aufgeschnappt.
Jauch: Also dann, A Ghomorra, B Gamarra, C Ghemurra oder D Gomera.
Nessy: Hach je. Wissen Sie, ich hatte schon so viel Erdbeerbowle getrunken.

Dann lasse ich Herrn Jauch zappeln wie Flip, und am Ende gibt's ein Feuerwerk.

Sonntag, 20. Mai 2007

Visionen

Zeitung und Fischeinwickeln gehörte bislang zusammen. Haptik heißt das Stichwort oder - ich sag's mal so: Druckerschwärze an den Fingern, Rascheln in den Ohren und Lektüre auf dem Klo. Die gedruckte Zeitung stirbt nie, darüber sind sich die großen Zeitungshäuser einig, doch es scheint, als flüsterten sie sich diese Botschaft gerne selbst ins Ohr, in der Hoffnung, es werde eine sich selbst erfüllende Prophezeiung daraus.

Stick with ink and sink ruft es von den Dächern. Die Stimmen, die der gedruckten Zeitung ein baldiges Ende prophezeien, werden lauter, und die Investitionen der Verlage in ihre Internetangebote und mobile Services sind unübersehbar. Emily Bell, Title-Editor in Chief bei Guardian Unlimited, sagte schon 2003:

"There will have been an essential shift in how people consume written journalism. And it'll be a shift to online. Things will be much more in real time and the newspaper product will end up being still extremely relevant, but the way that most people consume it will be online."

Ich hingegen wünsche mir eine andere, zusätzliche Möglichkeit des Konsums. Ich fiebere nämlich dem Einsatz von e-ink-Geräten beziehungsweise flexible displays entgegen. Ich möchte eine tragbare multimediale Zeitung, gespeist aus aktuellen RSS-Feeds, überallhin mitnehm- und aufklappbar.

Ich möchte mein E-Paper-Gerät morgens mit meinem Rechner oder mobilen Stationen im Bahnhof verbinden und mir meine eigene Zeitung zusammenstellen: den Politikteil des Tagesspiegels, das Feuilleton der Süddeutschen, die Lokalseiten der WAZ, die Familien- und Todesanzeigen aus meiner Heimat, den NRW-Teil der taz, den Sport der BILD, einen Kommentar aus der FAZ, einen zweiten aus der Frankfurter Rundschau, eine schöne Reportage noch dazu und das Ganze gewürzt mit ein bisschen "Wahrheit". Vielleicht möchte ich auch mal Ausland - im Original, versteht sich. Fertig ist meine Zeitung - jeden Tag neu, ausgehend von Themenlage, Interesse und verfügbarer Zeit.

Natürlich würde ich dafür bezahlen, für jeden Baustein einzeln. Die Zeitungen könnten dadurch endlich einmal feststellen, welche ihrer Inhalte gelesen werden - bislang trotz Blickverlaufsmessung und ReaderScan eine große Black Box - und gezielter an Qualität und Angebot arbeiten. Ich könnte mich mit meiner Zeitung auf mein Sofa legen, ich könnte sie mit in die Bahn nehmen, die gekauften Artikel über den Tag aktualisieren und Ausschnitte aus der CD hören, deren Rezension ich gerade lese. Und am Ende bräuchte ich nicht einmal Altpapier wegbringen.

Eine Utopie, noch.

Montag, 7. Mai 2007

Kirchenreform

Firmung. Inge und ich haben ein heidnisches Duo gebildet. Ich: wenn überhaupt irgendwas, dann leidenschaftlose Evangelin. Sie: seit 20 Jahren nicht mehr in der Kirche und orientierungslos. Dann das Glaubensbekenntnis: Empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria undsoweiter undsoweiter. Ich schweige still, bin ja eine Abtrünnige, muss das nicht mit aufsagen. Inge bemüht sich redlich, in ihrem Gedächtnis Wortfetzen zusammenzuklauben, um sie im richtigen Moment anzubringen. Schließlich wird ihr Patenkind gefirmt, da will sie alles geben und schon gar nicht Schuld sein, wenn wegen ihrer Fehlleistung göttliches Unglück über das Mädchen hereinbricht. Die Gemeinde leiert "Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden ..." Inge brummt, schweigt und brummt weiter. Wenn es doch nur einen Refrain gäbe, zu dem sie einsetzen könnte. Am Ende: Amen. Das kennt die Inge. Das kann sie mitsprechen. Etwas zeitversetzt und ein wenig zu inbrünstig, als wolle sie einen Ausgleich zu ihrer mangelnden Textsicherheit schaffen. Eine Matrone in Pailettenbluse dreht sich verstohlen zu uns um. Auf der Bühne geht das Programm weiter. Inge blickt mich nachdenklich an. "Das Vater Unser war vor 20 Jahren auch mal anders."

Dienstag, 20. März 2007

Schlauchnase, alte! Blödes Treckergesicht!

"Der alte Trockenfurzer kann nicht mal ein Loch in den Schnee pissen!" - dieser Satz des Wochenendes lässt mich ein wenig über Schimpfwörter nachdenken, besonders diejenigen, die ich aus meiner Heimat kenne.

Manche Schimpfwörter sind nämlich nicht einfach nur Schimpfwörter, sondern - wie ich finde - Kulturgut. Weil meine Familie reich an Kultur ist, ist sie ausgesprochen kreativ darin, ihre Umgebung zu verunglimpfen. Das tut sie meistens sehr liebevoll, zum Beispiel mit "Torfkopp", "Heiopei" und "Hammerwerfer". Wir Kinder waren früher "Furzknoten". Meine Oma ließ uns zusätzlich eine Verniedlichung angedeihen und nannte uns "lütte Furzknoten".

Je näher ich es analysiere, desto klarer wird mir: Die Kreativität meiner Familie tritt besonders bei der Benutzung geradezu unendlich vorhandener Vulgärkomposita zutage. Ich habe einige Kategorien ausmachen können. Am beliebtesten sind Bezeichnungen, die das Gesicht und seine Bestandteile betreffen: Bratauge, Mehlauge, Ölauge, Sackgesicht, Dreckschüppengesicht, Pferdegesicht, Rübennase, Schlauchnase, Treckergesicht.

Dann die Wortzusammensetzung mit "Arsch" und "Piss": Pissnelke, Pissflitsche, Pisskopp, Saftarsch, Arschkrampe, Arschgeige, Eierarsch, Tortenarsch. Außerdem gibt es noch: Honk, Düppel, Flachpfeife, Bratbirne, Dösbaddel, Eierfeile.

Ein Stück Heimat sind sie, diese Wörter. Und Ihr? Welche hübschen Schimpfwörter kennt Ihr?* Eure Dialekte geben doch bestimmt Einiges her.

[*//abt. besser ist das: Die Redaktion behält sich vor, gegen das Gesetz und gute Sitten verstoßende Wörter ohne Angabe von Gründen zu löschen.]

Sonntag, 18. März 2007

Siebter Sinn

Es riecht nach Schnee. Wieso kann man das eigentlich riechen?

Edit, Montag, 10.15 Uhr: Tatsächlich. Heute Nacht hat es geschneit. Ich melde mich auf der Deutschen Meteorologentagung als Glaskugel an.

Kaffeeklatsch

Frankfurt
klingt ja schon mal SEHR vielversprechend! Ruhrgebi et...
Jekylla
Ich hätte dieses...
Ich hätte dieses Jahr ganz sicher noch Berlin...
nessy
Das, Frau nessy,
geht eindeutig nicht so weiter! Ich hätte dieses...
Jekylla
Der
Elektrozaun dient lediglich der Roestung der Kaffeebohnen....
pathologe
Das habe ich mir als...
Das habe ich mir als Student abgewöhnt. Ging ganz...
nessy

Keks dazu

“Die besten Geschenke werden nicht in Schachteln verschenkt.”

T9
Aktuellstes, dem Telefonino beigebrachtes Wort: spargelig

Mood

Soundcafé



Kundschaft

Kaffeemühle

 

Pächter

Im Geschäft seit 863 Tagen.
Letzte Bestellung: 16. Mai, 11:53

Hinterzimmer
Ich brühe Ihnen gerne persönlich einen Kaffee auf: die.liebe.nessy [bei] gmail [punkt] com

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