Milchwoelkchen

Dienstag, 27. Oktober 2009

Die Kiste

family500

Nach familiären Wirrungen sind verschiedene Erbstücke in meinem Haushalt gelandet. Darunter ein Schlafsofa, das meine Großmutter 1940 zu ihrer Aussteuer zählte, altertümliche Nachthemden und eine handbetriebene Brotschneidemaschine. Ebenso jene stählernen Ausstechförmchen, die mein Großvater während des Krieges schweißte, damit seine Frau den Kindern in diesen schwierigen Zeiten süße Kekse für ein gesundes Gemüt backen konnte.

Unter den Dingen, die nun bei mir wohnen, befindet sich auch eine große Kiste mit Fotos und Dokumenten. Am Wochenende habe ich begonnen, sie einzuscannen und zu katalogisieren, um gemeinsam mit der Familie zu ergründen, wer darauf abgebildet ist. Im oberen Bild etwa ist es meine Großmutter, die - als Dritte von links - mit fremden Herrschaften posiert. Es muss um 1930 gewesen sein.

Der Blick in die Vergangenheit und zu den eigenen Wurzeln hat etwas seltsam Tröstliches. So meine ich mich in dem ein oder anderen Gesicht, einer Nase oder einer Augenpartie wiederzuerkennen. Was die familiären Ohren betrifft, empfinde ich es außerdem als wohltuend zu wissen, dass schon die Generationen vor mir einen Hang zum Dumbo-ismus hatten und meine Lauscher lediglich das Ergebnis ungünstiger evolutionärer Entwicklungen sind.

Schade nur, dass man heute keine Hüte mehr trägt.

Freitag, 2. Oktober 2009

Ich fühle mit


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Sonntag, 9. August 2009

Macht Laune!


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Donnerstag, 14. Mai 2009

The Prettiest

"I believe that laughing is the best calorie burner. I believe in kissing, kissing a lot. I believe in being strong when everything seems to be going wrong. I believe that happy girls are the prettiest girls. I believe that tomorrow is another day and I believe in miracles."
Audrey Hepburn

Ja, glückliche Frauen sind die schönsten. Glückliche Männer im Übrigen auch. Nörgler und Selbstzweifler sind total unsexy.
[via]

Dienstag, 12. Mai 2009

Übers Geld

Je älter er werde, sagt er, desto schöner und angenehmer empfinde er die Gesellschaft von gutem Geld.

Dass Geld zu haben per se kein unangenehmer Zustand ist - geschenkt. Auch mir geht es so: Je älter ich werde, desto erfreulicher empfinde ich finanzielle Sicherheit; sie ist der Ersatz für die schwindende Möglichkeit, immer neue Wege zu gehen. Schöne Sache.

Schön auch, dass ich in den Urlaub fahren kann. Dass ich mir eine Hose kaufe, ohne nachrechnen zu müssen, ob ich sie mir diesen Monat leisten kann. Dass ich statt in den Lidl in den Edeka gehe und mir dort den scheißteuren Streichkäse mit eingearbeiteten Walnüssen kaufe, weil ich grad Bock drauf habe. Das ist super. Das ist Luxus.

Aber ist es das, was mein Glück ausmacht? Was mein Herz füllt?

Ich verdiene Geld, um davon zu leben. Auch, um kommod davon zu leben. Ich brauche ein Mindestmaß an Geld, um im Gleichgewicht zu leben. Armut und Unsicherheit machen krank.

Aber ich verdiene kein Geld, um Geld zu besitzen. Ich strebe nicht danach, immer mehr Geld zu verdienen, um immer mehr zu besitzen. Um mir immer mehr Dinge zu kaufen - nur um sie zu haben. Denn dadurch, dass ich mehr besitze, werde ich nicht reicher.

Es gibt auch kein "gutes Geld". Genauso, wie es kein schlechtes Geld gibt. Geld ist ein potjomkinsches Dorf; durch einen goldenen Anstrich wird ein Haus nicht wohnlicher.

Mittwoch, 22. April 2009

Die singeligsten Singles

Sie stemmen, schwitzen, schnaufen. Ihre Leiber beugen sich unter Lasten, liegen unter schweren Scheiben oder wippen auf dem Trimmrad, um sich leichter der Wattzahl zu erwehren. Ich nenne sie Ken, Jeff, Bär, Elmar, Gaucho und Neanderthaler, die Männer, die mehrmals pro Woche über Stunden trainieren.

Sie sind Singles. Sie sind die singeligsten Singles, die man sich vorstellen mag, denn sie sind nicht nur einfach solo.

Jeff zum Beispiel. Er hat nicht nur keine Frau. Er hat auch keine Freunde. Keine richtigen. Er hat Leute, mit denen er etwas macht. Aber nicht viele. Eine Zweckgemeinschaft der Einsamen.

Elmar, der windschiefe Informatiker mit dem Charisma eines Knäckebrots, hat nicht einmal das. Er nuschelt zuweilen Nerdiges in Richtung seiner Fußspitzen. Sonst schweigt er, strampelt und stemmt - freut sich aber nackig, wenn ihn ein Mensch anspricht.

Ich könnte in der Liste fortfahren, aber es würde nichts hinzufügen. Alle Kens sind Jeffs, alle Gauchos Elmars. Jeff sagt, es sei schwierig, Leute kennenzulernen, Gespräche zu beginnen, Kontakte zu knüpfen. Was überhaupt sagen, und wie dann weiter? Letztendlich bleibe man doch allein, trotz aller Bemühungen. Das Leben außerdem des Fittis sei Arbeit und Schlafen.

Wollte ich, ich könnte Jeff gefallen. Oder Elmar oder Ken. Wollte ich, ich könnte mehr als gefallen - später, nachdem sie geduscht haben. Aber ich will nicht.

Es ist ihr Unvermögen zu kommunizieren: Weil sie nicht wissen, was sie sagen sollen, beginnen sie bei sich und enden auch dort. Es ist ihr kauziges Wesen: Sie sind allein, weil sie Sonderlinge sind, und sie werden sonderbarer, je länger sie allein sein. Es ist ihre Verzweiflung: ihre tiefe Verzagtheit, die ihnen in fetten Buchstaben auf die Stirn gemalt ist und die jede Unverbindlichkeit unmöglich macht.

Sie sind Gefangene ihrer selbst, wollen Kontakt, aber können nicht mit Menschen umgehen. Irre ich mich, oder gibt es immer mehr von ihnen?

Freitag, 13. März 2009

Sezieren als mediale Therapie

Winnenden und was danach kommt: die Suche nach einem Motiv, die Diskussion um Schuld. Das alles, um zu verstehen. Um Befriedigung in der Zuweisung von Verantwortung zu finden.

So funktioniert das nicht. Auf die Frage nach dem "Warum" existiert keine Antwort.

Weil die 15 Toten aber nicht vom Blitz getroffen wurden, sondern von Menschenhand starben, will sich eine Gottergebenheit nicht einstellen.

Einen Finger können wir allerdings auch nicht ausstrecken, um auf den Täter zu zeigen. Denn da sind die unaufmerksamen Eltern, die betriebsblinden Lehrer, die überflüssige und ihrem Wesen nach böse Ballerspielindustrie. Nicht zu vergessen "die Gesellschaft" - wir gesichtslose, uns ins Anonyme verkriechende Ignoranten, die wir uns nicht für unseren Nächsten interessieren.

Wir wollen Rechenschaft, wo wir keine finden können. Wir wollen Eindeutigkeit, wo es keine gibt.

Seitenlange Analysen, Interviews mit Psychologen und kritisch-philophische Betrachtungen gesamtgesellschaftlicher Entwicklungen - dieses ganze Gequatsche, es ist ein Placebo, eine Scheintherapie gegen unsere Fassunglosigkeit: Gefühle wie Trauer und Entsetzen lassen sich nicht rational befriedigen. Es gibt keine einzige Wahrheit, ebenso wie es keine einzige, eindimensionale Schuld gibt - außer der des Täters im Augenblick der Tat.

Montag, 26. Januar 2009

Selbstreflexion, Abt. Multikulti

Beim Kaffeeröster vor mir in der Schlange: eine junge Muslima, langer Mantel, schwarzes Kopftuch. Kein Haar ist zu sehen. Stecknadeln halten das Tuch tief in der Stirn.

Ihr Handy piept - SMS-Signal. Sie klappt es auf. Über ihre Schulter hinweg bemerke ich: Das Hintergrundbild zeigt die Kaaba während der Haddsch in Mekka. Sie öffnet die Nachricht, eine Mitteilung auf Türkisch. Ich schaue weg, möchte nicht in ihre Privatssphäre eindringen, auch wenn ich ihre Sprache nicht verstehe. Sie antwortet. Dann wieder Mekka. Sie steckt das Handy weg und bestellt ihren Kaffee - auf Deutsch.

Ich stehe dahinter und sinniere: Was genau ist es, das meine plötzliche Antipathie verursacht? Das strenge Kopftuch? Die Kommunikation auf Türkisch?

Es ist das Hintergrundbild. Die Platzierung religiöser Symbolik auf einem Alltagsgegenstand - und damit die (wenn auch subtile, so aber doch öffentliche) Demonstration der Privatsache Glaube, die Konfrontation Dritter mit persönlichen Werten. Es ist die mir aufgezwungene Auseinandersetzung mit religiösem Eifer. Es ist das Missionarische, das der Sache innewohnt - und sei es von der Urheberin nicht gewollt.

Aber da ist noch etwas anderes. Was, wenn es christliche Symbolik gewesen wäre? "Spinnerei", hätte ich gedacht. Tatsächlich aber ist "Fanatismus" das Wort, das ich assoziiere.

Montag, 19. Januar 2009

Zwischendurch: Hoffnung


Your Word is "Hope"

You see life as an opportunity for learning, growth, and bringing out the best in others.
No matter how bad things get, you always have at least a glimmer of optimism.

You are accepting and forgiving. You encourage those who have wronged you to turn over a new leaf.
And while there is a lot of ugliness in the world, you believe that almost no one is beyond redemption.
[via]

Mittwoch, 1. Oktober 2008

1000 Tage

Herr Summerfriend weist darauf hin, mir wäre es entgangen: Betriebsjubiläum.

1000


//*feudelt durch
//*pustet Wollmaus aus der Tür
//*hängt Girlanden auf


Schön ist es hier mit Euch. Immer noch.

Aber irgendwie hat es sich ja doch verändert. Das, was ich blogge. Das, wie ich es blogge. Die Größe des Einblicks, die ich Euch in mein Leben gebe. Vielleicht erweckt es den Eindruck, als sei ich nah wie eh und je, aber tatsächlich bin ich weiter weg, als ich es zu Anfang des Bloggens war.

Eins aber ist so geblieben, wie es schon immer war: Das, was immer noch am meisten Spaß macht, seid Ihr, sind die Wortwechsel mit Euch. Klar: Texte schreiben - das ist auch gut. Der Blog bietet ein prima Experimentierfeld und Platz für alles. Aber das eigentlich Spannende ist ja, was Ihr kommentiert.

Danke Euch dafür!

Kaffeeklatsch

3er BMW Hasenkiste ;-)...
3er BMW Hasenkiste ;-) Echte Kerle fahren 7er und...
virtualmono - 7. Nov, 06:58
Empirelinie?
Aber hallo, damit sieht JEDE schwanger aus. Wer auch...
Benedicta (Gast) - 7. Nov, 01:36
charakterspass! jawohl....
charakterspass! jawohl. spass alleine macht das kraut...
quietplease - 6. Nov, 16:48
Im Grunde ist das Philosophie.
Im Grunde ist das Philosophie.
nessy - 6. Nov, 10:48
DAS scheint tiefgründiger...
DAS scheint tiefgründiger als es auf den ersten...
LeilaCouleur - 5. Nov, 22:39

Keks dazu

T9
Aktuellstes, dem Telefonino beigebrachtes Wort: schnorcheln

Mood

Kundschaft

Kaffeemühle

 

Pächter

Im Geschäft seit 1402 Tagen.
Letzte Bestellung: 7. Nov, 06:59

Hinterzimmer
Ich brühe Ihnen gerne persönlich einen Kaffee auf: die.liebe.nessy [bei] gmail [punkt] com

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