Sport & Spiel

Dienstag, 3. November 2009

Spa-Gespräche

Das Fitti ist pleite. Hans, Jeff, Ken, Elmar, der Neue und der Neanderthaler haben sich in die Studios der Stadt verstreut.

In meinem neuen Fitti gibt es neue Menschen, die neue tolle Konversationen führen. Ein besonders erfreulicher Ort ist der Damen-Spa-Bereich.

Setting: zwei Schnuckis, das eine cremt sich im Vorraum, das andere sitzt in der Sauna. Das Gespräch ist sehr laut, denn die Saunatür ist ja geschlossen.
Schnucki I: Männer wollen nur Sex.
Schnucki II: Frau will auch Sex.
Schnucki I: Aber nicht so wie Mann. Mann will nur Spaß.
Schnucki II: Ey, isch bin Frau und will auch Spaß!
Schnucki I: Frau will Charakter. Willst du, oder?
Schnucki II: Charakterspaß will isch.
Schnucki I: Deshalb verlässt immer Frau Mann. Weil, Spaß reicht nicht. Wenn Spaß vorbei, kommt Charakter.
Schnucki II: Hast du immer Mann verlassen?
Schnucki I: Klar, weil irgendwann ist Spaß zu Ende. Spätestens wenn du deine Tage hast, ist Spaß vorbei. Dann zählt Charakter.

Mittwoch, 23. September 2009

Taktgefühl ist was für Schleimer

Ich wollte nur neue Knieschoner kaufen.
Verkaufsmaus: Mach dir nichts draus, ich habe auch dicke Waden.
Wieso "auch"? Wer denn noch?

Verkaufsmaus: Sehr hübsch, das Trikot! Probier aber lieber nochmal die größere Größe an.
Das IST die größere Größe.

Verkaufsmaus: Du spielst im Tor, oder?
Als du Kind warst, mussten die Dicken also auch immer ins Tor.

Verkaufsmaus: XS und S, das ist doch was für Barbie. Wir L-Frauen müssen zusammenhalten!
Trüge ich XS, wäre ich anorektisch. Oder schon verhungert.

Verkaufsmaus: Schau doch auch mal bei Herren.
Nein! Ich bin eine FRAU! Ich besitze eine Taille! (Oder etwa nicht?)
Jetzt brauche ich eine Therapie.

Montag, 21. September 2009

Beflügelt

Vor zwei Jahren:
10 Minuten laufen. Dann ging nix mehr.

Vor einem Jahr:
Laufrunde (4,2 km) in 35 Minuten. Qualvoll.

Heute:
1. Laufrunde (4,2 km, auf Tempo) in 26 Minuten.
2. Laufrunde (4,2 km, gemütlich) in 29 Minuten.
Locker.

So lange und so schnell bin ich zuletzt mit 19 gelaufen, als meine Jugendliebe das Jogging für sich entdeckte und ich aus Verliebtheit mitmachte (man will ja gefallen).

Die Zeiten sind nicht Olympianorm, aber für meine Verhältnisse ist die Performance super. Mein Körper ist nämlich nicht für den Langstreckenlauf geschaffen. Sprint, das ging schon immer. Bundesjugendspiele 10. Klasse: 100 Meter in 12,8 Sekunden, aus dem Stand. Wenn ich das mal trainiert hätte ...

Mal schauen, was jetzt über den Winter noch so drin ist. Der menschliche Körper ist wirklich ein erstaunliches Ding.

Freitag, 4. September 2009

Mist.

Besehen wir uns erstmal die Fakten.

Mein Abendkleid. Zuletzt getragen: Oktober 2008.
  • Gewicht seitdem: + 2 Kilo
  • Performance beim Bankdrücken: + 15 Kilo
  • Länge der Laufstrecke der Laufstrecke: + 4 km
Ich denke einfach mal positiv und schiebe es aufs Bankdrücken, dass der Reißverschluss im oberen Teil so schlecht zu geht. Drücken Sie mir bitte die Daumen, dass er morgen hält.

Romeo und Julia mit Migrationshintergrund

Das Fitti hat nicht nur krasse Typen mit kruden Hobbies, sondern auch Liebesgeschichten literarischen Ausmaßes zu bieten.
Fouad und Myrna sind nie gemeinsam da. Wenn Fouad trainiert, passt seine Frau Myrna auf den gemeinsamen Sohn auf, einem dicklichen Meter mit Haaren wie der junge Thommy Ohrner. Im Revier der Thekenuschi übergeben sie nach zwei Stunden den Bub. Danach trainiert Myrna - und Fouad fährt mit dem Jungen schon einmal heim.

Myrna ist eine kleine Frau mit einem Körper von gefälliger Weiblichkeit. Sie hat lange, gelockte Haare und zartgliedrige Hände. Am auffallendsten aber ist ihr Gesicht: Ein solch sonniger, immer freundlicher, ja sogar gütiger Ausdruck sitzt in ihren Augen und umspielt ihren Mund, dass es unmöglich ist, sie nicht ins Herz zu schließen.

Fouad dagegen ist in sich gekehrt. Höflich - zweifelsohne, aber ein stiller Mann mit dunklem, raspelkurzen Haar, einem Dreitagebart und einer randlosen Brille, die ihm eine gepflegte Intellektualität verleiht. Er ist hoch aufgeschossen und von der Gestalt eines dienstbeflissenen Verwaltungsbeamten.

Es ist etliche Zeit her, dass Fouad und Myrna sich ineinander verliebten, damals im Libanon. Er sich in sie und sie sich in ihn - irgendwie gleichzeitig, "ich weiß gar nicht mehr", sagt Myrna, zieht ein bisschen verschämt die Schultern hoch und lächelt gütig.

Das Ganze war nicht unproblematisch, denn Myrna ist Maronitin, also Christin. Dann ist Fouad bestimmt Moslem, denken Sie jetzt. Nein, es ist alles noch ein bisschen komplizierter. Er ist zunächst Libanese, hauptamtlich. Er ist aber auch Österreicher. Und er ist Druse.

Drusen, das musste ich nachschlagen, gehören nicht dem Islam an. Sie sind eine eigenständige Religion, glauben an Seelenwanderung, an die Vorbestimmung ihres Schicksals und an parallele Welten. Druse kann man nicht werden, Druse ist man entweder von Geburt an, oder man ist es nicht - jedenfalls ist Konvertieren nicht möglich.

Das war, als sie sich kennenlernten, alles ein bisschen fremdartig für die junge Myrna, auch wenn sie unbedarft und offenen Herzens durch die Welt geht. Dem aber nicht genug: Maroniten und Drusen pflegen seit dem libanesischen Bürgerkrieg eine innige Feindschaft. Sie sind die Capulets und Montagues des Libanons und legen sich dabei heftig ins Zeug.

Fouads Eltern waren folglich gegen die Verbindung ihres Sohnes zu der maronitischen Frau. Der Anteil österreichischen Blutes, der aufgrund gewisser verwandtschaftlicher Verstrickungen in ihren Adern fließt, machte es nicht einfacher: Ein von Bodenständigkeit getragener, alpiner Starrsinn trug seinen Teil zur elterlichen Beharrlichkeit bei.

Doch Myrna und Fouad ließen sich nicht beirren. Fouad schloss sein Studium ab, kehrte seiner Heimat den Rücken und verschaffte sich in Deutschland eine Anstellung. "Warum ausgerechnet Deutschland?" frage ich. "Weil es nicht Österreich ist", sagt Myrna, "und der Libanon auch nicht."

Ein Jahr später holte der junge Fouad Myrna zu sich nach Deutschland. Das war vor neun Jahren. Nun steht er in einer Küche im Ruhrgebiet und bereitet Eintopf zu.

"Ich glaube, jetzt müsste er langsam fertig sein", sagt Myrna. Sie lächelt wieder. Leicht vorgebeugt flüstert sie: "Dann kann ich ja jetzt nach Hause gehen." Ihre Güte weicht für einen Augenblick einer funkelnden Listigkeit. Dann dreht sie sich um, winkt noch einmal kokett, und verschwindet durch die Eingangstür. Bis zur nächsten Erzählstunde.

Mittwoch, 2. September 2009

Masterplan

Fitti. Leibesübungen auf dem Trimmrad. Ich strample zwischen Jeff, Elmar und dem Neuen. Die Jungs haben Vorbesprechung für ein anstehendes Speed Dating.

Jeff: Was sagst'n bei Hobbies?
Der Neue: Na ... Sport.
Jeff: Sport is kein Hobby. Die Weiber setzen voraus, dass du Sport machst, damit du gut aussiehst.
Der Neue: Dann ... DVDs gucken.
Jeff: Das is voll nerdig.
Der Neue: [grimmig] Was hast'n du für Hobbies, hä?
Jeff: PDA-Software testen.
Der Neue: Und da steh'n die Weiber drauf, oder was?
Jeff: Ja klar, Alter. Die haben doch alle Handy und PDA und wenn ich sag "Süße, ich kann dir die neueste Software auf dein Ding spielen" - da steh'n die drauf.

[Pause]

Elmar: Sag lieber "DVDs gucken". Is besser.

Mittwoch, 26. August 2009

Die Beauftragte "Beauty & Spa"

In meiner neuen Mannschaft haben wir einen Käpt'n, einen Kassenwart, einen Trikotwart, einen Eiswart, einen Partywart und - einen Beautywart.

Unsere Beauftragte "Beauty & Spa" trägt zu jedem Spiel ein Köfferchen mit Haargummis, Haarklammern, Tampons, Slipeinlagen, Duft-Shampoo, Duschgel, Sport-Tape und Cremes mit sich - für den Notfall.
(Der Notfall ist natürlich der Normalfall.)

Ich sach ma': top! So kann ich arbeiten.

Freitag, 21. August 2009

Im Zentrum

Mein Handtuch und ich, im Zentrum der Wiese.

Auf 1 Uhr kommt ein junger Südländer aus dem Wasser. "Kaum bist du da, ist die Sonne weg," mäkelt die zierliche Blonde auf seinem Laken. - "Ey Süße, isch bin doch dein Sonne!" Sie lacht. Er, tropfnass, küsst sie. Sie quiekt.

Im Uhrzeigersinn weiter, auf 5 Uhr, sitzt ein Paar, das sich gegenseitig Anker und Herzen auf die Arme tätowiert hat. Sie kniffeln.
Er: Schreib 11 bei Schangse auf.
Sie: Eins plus zwei plus zwei plus vier plus eins sind aber zehn.
Er: Bist du Abitur, oder was?

Auf 8 Uhr macht ein pickliger Blonder SitUps auf einem Bob-der-Baumeister-Handtuch.

Auf 11 Uhr ist hitzefrei.
Schüler #1: Voll krass, ey. Normal hätte ich jetzt Reli.
Schüler #2: Aber Alter. Ist doch voll religiös hier. Voll die göttlichen Weiber überall.

Für Sonntag sind 28 Grad angesagt. Dann bin ich wieder im Freibad.

Mittwoch, 19. August 2009

Sommertagsabend

Eine missliche Situation, wenn im Freibad bei 33 Grad die Pumpe ausfällt. Dann werden nämlich die Becken gesperrt. Dann darf die Kundschaft nur noch duschen.

//* schaut fern, betrachtet Athleten
Sind eigentlich Zehnkämpfer oder Diskuswerfer knackiger? Ich bin mir grad unsicher. In jedem Fall sollten sich beide die Achselhaare stutzen, wenn sie diese knappe, ärmellose Trikotage tragen.

Falls übrigens jemand den Hot-Button von 9Live sucht: Der sitzt bei mir im Gesicht. Heute Nacht umschwirren bestimmt Insekten meine leuchtende Nase.

Montag, 27. Juli 2009

Alles wie immer

DSC00751_500

Sehen Sie? Das Freibad meiner Kindheit schaut noch genauso aus wie vor 20 Jahren. Man könnte meinen, das Foto sei in den 80ern aufgenommen worden und nicht gestern.

Auch sonst ist alles, wie es immer war: Wasserballwerfer, Arschbombenwettbewerbe, ein grantiger Bademeister, pubertierende Wilde und der Geruch von Frittenfett. Nur das Wasser ist kälter als vor 20 Jahren; gefühlt 14 Grad. Nach zwei Kilometern schwimmen tat mein Kopf so weh, dass ich ihn für den Rest des Tages in die Sonne halten musste.

Was jetzt auch nicht so schlimm war.

Beim Kopf-in-die-Sonne-halten ist es ja so: Ich bringe mir immer ein Buch mit ins Freibad. Sommer! Müßiggang! Endlich Zeit für Lektüre! Ich sitze also auf meinem Handtuch, lege mir das Buch in den Schoß, schlage es auf und - schaue umher. Schaue den Arschbombern zu. Schaue den Sportschwimmern zu, die ihre tätowierten Arme durchs Wasser ziehen. Schaue den Blümchenbadekappen zu, die wie Bojen im Wasser treiben. Schaue den drei Bodybuildern zu, die breitbeinig den Dreier hochschreiten, grinsen, posen und sich beim Runterspringen die Nase zuhalten. Schaue der dicken Mutti mit der Kühltasche und ihren drei Mopskindern beim Mampfen von Frikadellen zu. - Und wie mein Blick so umherschweift, kippe ich langsam hinten über, ein glucksendes Geräusch des Glücks entfährt meinem Mund, und ich schlafe ein.

Als ich erwache, denke ich: "Jetzt könntest Du aber mal etwas lesen!" Mein Vorne ist inzwischen getrocknet. Ich rolle mich auf den Bauch, damit auch mein Hinten trocknet, lege das Buch vor mich aufs Handtuch, stütze mich auf die Ellenbogen, hebe noch einmal den Kopf und - Wahnsinn, eine ganz neue Aussicht. Ich schaue mir eine Weile die Volleyballteenies an, wie sie kokett den Ball übers Netz schlagen. Schaue auf die Füße in den Ein-Mann-Umkleiden, die tänzelnd versuchen, sich aus einem nassen Badeanzug zu schlängeln. Schaue auf die Hummel vor mir, wie sie mit ihrem pummeligen Hintern eifrig über den Klee krabbelt. Schaue auf die Schlange an der heißen Hexe und die Kinderhände, die erwartungsvoll auf Weingummi zeigen. Dann fällt mein Kopf aufs Buch, die summenden Geräusche des Freibads decken mich zu, und ich nicke ein.

Ja, es ist alles wie immer: Ich brauche nur einen Zeh ins Wasser zu strecken, schon könnte ich schlafen.

Kaffeeklatsch

3er BMW Hasenkiste ;-)...
3er BMW Hasenkiste ;-) Echte Kerle fahren 7er und...
virtualmono - 7. Nov, 06:58
Empirelinie?
Aber hallo, damit sieht JEDE schwanger aus. Wer auch...
Benedicta (Gast) - 7. Nov, 01:36
charakterspass! jawohl....
charakterspass! jawohl. spass alleine macht das kraut...
quietplease - 6. Nov, 16:48
Im Grunde ist das Philosophie.
Im Grunde ist das Philosophie.
nessy - 6. Nov, 10:48
DAS scheint tiefgründiger...
DAS scheint tiefgründiger als es auf den ersten...
LeilaCouleur - 5. Nov, 22:39

Keks dazu

T9
Aktuellstes, dem Telefonino beigebrachtes Wort: schnorcheln

Mood

Kundschaft

Kaffeemühle

 

Pächter

Im Geschäft seit 1402 Tagen.
Letzte Bestellung: 7. Nov, 06:59

Hinterzimmer
Ich brühe Ihnen gerne persönlich einen Kaffee auf: die.liebe.nessy [bei] gmail [punkt] com

Formalitäten der Verköstigung
Lieber Kaffeehausgast, Sie dürfen die Inhalte dieses Blog nicht ohne meine Erlaubnis vervielfältigen, verbreiten und öffentlich aufführen. Ich distanziere ich mich von denjenigen Inhalten dieser Website, die ich nicht selbst produziert habe. Kommentare mit werblicher Absicht sind kostenpflichtig. Pro Kommentar stelle ich eine Pauschale von 600 Euro (zzgl. MwSt., Anwaltkosten und Bearbeitungsgebühr) in Rechnung.

15 Fragen
Arbeitswelt
Aus dem Leben
Bildungsburger
Literarisches
Milchwoelkchen
Politik
Rätsel der Konsumwelt
Sport & Spiel
Teenietagebuch
Vom Leben gezeichnet
Weltenbummler
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren